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Im Gespräch | Beitrag vom 19.12.2020

Corona-Jahr 2020Was nehmen Sie mit in 2021?

Moderation: Gisela Steinhauer

Eine Person läuft alleine in Richtung Elbphilharmonie in Hamburg während des Lockdowns. Die Stimmung ist neblig und trüb. (imago images / Chris Emil Janssen)
Was nehmen Sie mit in 2021? (imago images / Chris Emil Janssen)

2020 wird als Corona-Jahr in die Geschichte eingehen: Lockdown, durchkreuzte Pläne, Homeoffice und Homeschooling, Leben auf Distanz, Hoffen und Bangen. Das Jahr hat uns aber auch unsere Stärken und Schwächen gezeigt. Was nehmen Sie mit in 2021?

Coronapandemie ist das Wort des Jahres 2020. Die Krankheit hat unser Leben mächtig herumgewirbelt: Leben auf Distanz, AHA-Regeln, Homeoffice und Homeschooling. Treffen mit Freunden, Feste, Reisen, Freizeitaktivitäten – alles beschränkt, manches zeitweise sogar untersagt. Eine Geduldsprobe, besonders jetzt in der Weihnachtszeit.

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Gleichzeitig haben sich in der Corona-Krise auch unsere Stärken und Schwächen gezeigt – individuell und gesellschaftlich. Viele Menschen beweisen eine beeindruckende Solidarität mit Älteren und Kranken, üben Rücksicht und Verzicht. Das Virus verlangt uns aber auch eine gewisse Demut ab: Wir können eben nicht alles regeln, alles beherrschen. Ist das auch eine Chance?

Corona – eine Geduldsprobe

"Das Jahr 2020 hat gezeigt, dass viele Dinge nicht planbar sind", sagt Matthias Sutter, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Corona verlange vielen eine große Flexibilität ab und viel Geduld, eines der Forschungsgebiete des Verhaltensökonomen. "Im Frühjahr war es beeindruckend, wie die Leute sich extrem diszipliniert an die Einschränkungen gehalten haben, mit zum Teil ja fürchterlichen wirtschaftlichen Einbrüchen. Aber man hat trotzdem erkannt und ist mitgegangen, dass es nur gemeinsam gelingt, die Pandemie einzudämmen."

Als im Frühsommer die Zahlen sanken, habe man fälschlicherweise gedacht, man sei bereits über den Berg. "Und das macht es so unglaublich schwierig, wenn man glaubt, man sei schon am Ziel und wird enttäuscht." Jetzt sei zwar ein Impfstoff in Sicht, aber das Ende der Einschränkungen dennoch nicht – das verlängere die Geduldsprobe.

"Corona hat gezeigt: Es geht doch!"

"Eines der Themen in diesem Jahr war die Digitalisierung, die Chancen der Digitalisierung", sagt Friederike Krippner, Direktorin der Evangelischen Akademie zu Berlin. Ein weiteres Thema, das sie beschäftigt: "Der merkliche Zerfall unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Anfangs gab es ja noch eine Euphorie, aber jetzt gibt es doch ein kleines, aber lautes Lager, was gar nicht mehr mitmachen will, was man nicht mehr erreicht." Das zeige sich auch in einer Wissenschaftsfeindlichkeit, die gerade angesichts der Pandemie bedenklich sei.

Aber es gibt auch vieles, was die Germanistin und Theologin hoffnungsvoll stimmt: "Ich finde es wahnsinnig, dass ein großer Teil der Gesellschaft die Maßnahmen mitträgt. Wenn wir sehen, was da geht, angesichts anderer Probleme, wie dem Klimawandel, der sozialen Ungleichheit – wenn wir das auf andere Themen übertragen könnten! Corona hat gezeigt: Es geht doch!"
Dies sei eine Chance für 2021.

(sus)

Corona-Jahr 2020 - Was nehmen Sie mit in 2021?
Darüber diskutiert Gisela Steinhauer heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit Friederike Krippner von der Evangelischen Akademie zu Berlin und dem Verhaltensökonomen Matthias Sutter. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.
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