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Kompressor | Beitrag vom 17.03.2020

Corona-Infografiken Sachliche Klarheit gegen Krisenhysterie

Haluka Maier-Borst im Gespräch mit Max Oppel

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Rote Punkte zeigen auf einer digitalen Karte die Ausbruchszentren von COVID-19 in Europa an. (Unsplash / Clay Banks)
Nicht jede Infografik ist wirklich gelungen - und manchmal ist es auch Ansichtssache, ob sie wirklich einen Erkenntnisgewinn bringt. (Unsplash / Clay Banks)

Das Ausmaß der Corona-Krise wird vor allem in Zahlen ausgedrückt. Wie veranschaulicht man diese seriös in einer Infografik? Die verunsicherten Bürger wollen vor allem Klarheit und Verständlichkeit, sagt der Datenjournalist Haluka Maier-Borst.

Corona – eine Steilvorlage für Panikmache aller Art. Die Antwort darauf können nur seriöse Informationen sein. Wenn sie gut gemacht sind, können auch Infografiken helfen. Wenn sie schlecht sind, steigern sie eher die Verunsicherung. Wie also stellt man Infiziertenzahlen und die weltweite Verteilung der Fälle sachlich und verständlich in einer Grafik dar?

Auf keinen Fall sei jetzt die Zeit für Experimente, meint der Datenjournalist Haluka Maier-Borst: "Die Leute wollen Klarheit und Verständlichkeit." Und diese könnten zum Beispiel klassische Liniendiagramme bringen - ohne überbordend viele Animationen mit "Klicki-Klicki und Bunti-Bunti", wie es in den zurückliegenden Jahren immer mehr Mode geworden sei.

Coronavirus-NewsletterImmer auf dem neuesten Stand: Abonnieren Sie den Coronavirus-Newsletter.Überblicksweltkarten zu zeigen sei zwar anschaulich, jedoch auch heikel, meint Maier-Borst. Das zeige das Beispiel Deutschland: So sei es verzerrend, wenn etwa das Gebiet von Nordrhein-Westfalen dunkelrot umkreist werde, um die besondere Corona-Belastung zu zeigen. Denn es sei in NRW hauptsächlich die Gemeinde Heinsberg, die sehr stark betroffen und deshalb in den Medien präsent sei.

Zeigen, welches Verhalten jetzt sinnvoll ist

Was kann man den Menschen, die ja vor allem Laien sind, generell zum Thema Corona zumuten? Maier-Borst lobt Grafiken, die beispielsweise veranschaulichen, wie die Verbreitung von Corona verlangsamt werden kann. Für eine der besten Grafiken hält er eine Simulation in der "Washington Post": Verschiedenfarbige Pünktchen werden in unterschiedlichen Gruppierungen gezeigt. Sie bewegen sich zudem in unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufeinander zu.

Die Grafik, so Maier-Borst, zeige mit einfachen Mitteln, warum es sinnvoll sei, sich derzeit von anderen Menschen möglichst fern zu halten oder einen großen Abstand zu wahren und welchen unmittelbaren Einfluss es auf den Anstieg der Infiziertenfälle habe, wenn man sich daran halte – oder eben nicht.

(mkn)

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