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Konzert / Archiv | Beitrag vom 24.04.2019

Concerto Köln in AmsterdamVirtuose Barock-Kunst zum Osterfrühstück

Moderation: Volker Michael

Concerto Köln (Harald Hoffmann)
Das Ensemble Concerto Köln begeisterte gerade die Amsterdamer Barock-Fans. (Harald Hoffmann)

Immer sonntags um elf Uhr gibt es im Amsterdamer Concertgebouw ein Matineekonzert. Nun - zu Ostern - war Concerto Köln zu Gast. Mit einem reinen Barockprogramm und rasant-virtuosen Konzerten von Vivaldi, Geminiani und natürlich Johann Sebastian Bach.

Kulinarisch klingt der Sonntagvormittag im Amsterdamer Konzerthaus - nie zu lang und stets bekannt ist die Musik, die einheimische und gastierende Ensembles anbieten. Am vergangenen ersten Osterfeiertag war es das rheinaufwärts beheimatete Concerto Köln, das mit Instrumentalkonzerten barocker Meister die Musikfreunde der Niederlande in Festtagslaune versetzte.

Bach und wieder Bach

Direkt an die in Amsterdam tief verwurzelte Bach-Passionstradition knüpften die Kölner Alte-Musik-Spezialisten an, indem sie zwei der sechs Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach aufführten. Diese virtuose höfische Instrumentalmusik diente quasi der Feier der Auferstehung des Herrn. Denn der war an den Tagen zuvor zu den Klängen der Johannischen oder Matthäischen Erzählungen Bachs zu Grabe getragen worden.

Verhältnismäßig jung war Bach noch, als er die Auftragswerke für den Brandenburgisch-Schwedter Markgrafen komponierte, diese sechs Instrumentalkonzerte, die später als die "Brandenburgischen Konzerte" berühmt geworden sind.

Die Kapelle des Markgrafen war viel zu klein

Die Kapelle des Markgrafen war für eine Ausführung dieser Musik eigentlich viel zu klein. Und vielleicht auch von den technischen Anforderungen überfordert, denn Bach komponierte nicht nur virtuos und technisch anspruchsvoll im Sinne der aktuellen italienischen Moden damals, sondern auch kontrapunktisch verwickelt, wie es der alte Stil erforderte. 

ARCHIV - Das berühmte Concertgebouw (deutsch: Konzertgebäude) in Amsterdam (Archivfoto vom 10.08.2005). Das Gebäude gab dem Königlichen Concertgebouworchester den Namen, das von dem renommierten Klassik-Magazin "Gramophone" zum weltbesten Ensemble gewählt wurde. as Ranking wird an diesem Freitag (21.11.2008) in der Dezember-Ausgabe des britischen Fachmagazins veröffentlicht. Foto: Cees van Leeuwen +++(c) dpa - Report+++ | (ANP)Das Amsterdamer Concertgebouw im Abendlicht (ANP)

Seit 2015 ist der Petersburger Geiger Evgeny Sviridov Konzertmeister von Concerto Köln. Er hat in diesem Konzert eine tragende Rolle auch als Solist, denn sowohl das 4. und das 5. Brandenburgische Konzert Bachs als auch das Concerto Grosso von Geminiani sehen für die Violine wichtige und virtuose Passagen vor. Ihm zur Seite standen die beiden Blockflöten-Solisten Cordula Breuer und Wolfgang Dey und die Cembalistin Wiebke Weidanz.

Italienische Maßstäbe

Der über London nach Dublin in Irland gelangte Corelli-Schüler und Händel-Kollege Francesco Geminiani komponierte seine Concerti Grossi ganz im Stile seiner Heimat und erlangte damit in der Fremde höchste Prominenz. Denn der italienische Stil war europaweit angesagt und beliebt.

Bis heute haben Geminiani und sein allseits berühmter Kollege Antonio Vivaldi damit Maßstäbe gesetzt. Auch der große Johann Sebastian Bach hat deren Konzerte studiert, bearbeitet und in seinen eigenen Kompositionen rezipiert.

Concertgebouw Amsterdam
Aufzeichnung vom 21. April 2019

Antonio Vivaldi
Concerto für Streicher A-Dur RV 158

Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049

Francesco Geminiani
Concerto grosso D-Dur op. 3 Nr. 1

Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050

Evgeny Sviridov, Violine
Cordula Breuer, Blockflöte, Traversflöte
Wolfgang Dey, Blockflöte
Wiebke Weidanz, Cembalo
Concerto Köln

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