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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 01.10.2017

"Common Goal" Gezielte Spenden von sozial engagierten Akteuren

Jürgen Griesbeck im Gespräch mit Moderator Thomas Jaedicke

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"Common Goal"-Stiftungsgründer Jürgen Griesbeck (Uli Deck / dpa)
"Common Goal"-Stiftungsgründer Jürgen Griesbeck (Uli Deck / dpa)

Jürgen Griesbeck will mit Geldern aus dem Fußball an sozialen Brennpunkten helfen. Mit seiner Erfahrung aus "streetfootballworld" hat er nun "Common Goal" mitgegründet. Promimente Fußballer sollen hier mit ihren Geldern einen breiten sozialen Wandel unterstützen.

Dass Geld von außen in den Sport investiert wird, ist nicht neu. Ungewöhnlicher ist dagegen, dass Sportstars in großem Stil etwas von ihrem märchenhaften Reichtum zurückgeben. Natürlich gibt es schon lange Stiftungen einzelner Sportler. Aber seit einem Monat existiert jetzt auch die weltweite Fußball-Spendeninitiative "Common Goal".

Wer mitmacht bei "Common Goal", gibt mindestens ein Prozent seines Jahresgehalts ab, um soziale Projekte mit Fußballbezug zu fördern. Juan Mata und Mats Hummels haben sich als erste angeschlossen. Die Idee zu der Aktion hatte Jürgen Griesbeck, der vor 15 Jahren das Fußballnetzwerk "streetfootballworld" gegründet hat. Im Deutschlandfunk Kultur sagte er zur Motivation für die Initiative: "Es geht vor allem darum, das Potential des Fußballs kollektiv dafür zu nutzen, möglichst einen großen sozialen Wandel zu unterstützen."

Bislang sind 15 prominente Fußballer und Fußballerinnen dabei

Allerdings bremst Griesbeck auch die Erwartungen an traumhafte Investitionen und Spenden von Profis für seine Stiftung: "Die Spieler, die sich bisher der Bewegung angeschlossen haben, sind welche, die tatsächlich ein recht hohes Salär beziehen, aber es lädt alle Fußballspieler ein. Und es richtet sich ebenso an Fußballspielerinnen und gerade dort ist es dann sehr schnell nicht mehr so märchenhaft."

Zum Start nun seien bislang 15 prominente Fußballer und Fußballerinnen bei "Common Goal" dabei, sagte Griesebeck: "Diese 15 werden die Führungspersönlichkeiten sein zu dem, was hoffentlich bald eine globale Bewegung ist." Die Idee für die weitere Existenz von "Common Goal" sei es, dass nicht nur Spieler sondern alle Akteure rund um den Fußball in diesen Sozialfonds einzahlen, so dass auch eine möglichst breite Wirkung erzielt werde. 

Einfluss der Spieler auf die Verwendung der Gelder

Die Initiative "streetfootballworld" habe sich fünfzehn Jahre lang dagegen entschieden, mit prominenten Fußballern für sich zu werben, so Griesbeck: "Weil wir immer nicht sicher waren, wie lange dies unserer Reputation gut tun würde." Er begründete diese Skepsis mit dem wohl oft weniger beispielhaften Lebenswandel vieler Spieler und der Fußballprominenz rund um die großen Vereine.

Wohin die Hilfen flössen, entschieden die Spender, so Griesbeck: "In einem ersten Schritt sprechen wir mit dem jeweiligen Spieler und hören, wo die Präferenzen liegen - also in der Geografie und der sozialen Thematik." Die Stiftung spreche dann Empfehlungen aus und der Spieler selbst treffe die Auswahl über das finanzierte Projekt.

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