Seit 00:05 Uhr Das Podcastmagazin

Montag, 06.04.2020
 
Seit 00:05 Uhr Das Podcastmagazin

Musik / Archiv | Beitrag vom 14.05.2014

Comeback-AlbumKompromisslose, große Liedkunst

Natalie Merchant: "Natalie Merchant"

Von Tarik Ahmia

Cover - Natalie Merchant: "Natalie Merchant" (Label: Nonesuch / Warner)
Cover - Natalie Merchant: "Natalie Merchant" (Label: Nonesuch / Warner)

13 Jahre nach ihrem letzten Soloalbum zeigt Natalie Merchant mit ihrer neuen CD deutlich, warum die New Yorkerin oft in einem Atemzug mit großen Kolleginnen wie Joni Mitchell oder Joan Baez genannt wird. Natalie Merchant ist unprätentiös und besitzt eine Stimme, die direkt zur Seele spricht.

Im Jahr 2001 veröffentlichte Natalie Merchant mit "Motherland" ihr letztes Album mit ausschließlich eigenem Material. Danach verabschiedete sich die New Yorkerin aus dem gängigen Popbetrieb. Als politisch engagierter Mensch blieb sie voll beschäftigt, sie gründete eine Familie, wurde Mutter einer Tochter, drehte Dokumentarfilme und realisierte soziale Projekte. Zuletzt veröffentlichte sie 2010 das hochgelobte Doppelalbum "Leave Your Sleep" mit Vertonungen von Kindheits-Gedichten aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Schon als Sängerin der "10.000 Maniacs" ließ sich Merchant nie als Popwunder verheizen und auch heute dient sich diese selbstbewusste Frau niemandem an. Ihren künstlerischen Weg setzt Natalie Merchant unbeirrt und wie gewohnt nach ihren eigenen Regeln fort.

So wie bei den neuen Songs: Merchant beglückt mit großer Liedkunst - auch wenn die mittlerweile 50-Jährige durchweg düstere Geschichten erzählt. Mit ihrer sanften Alt-Stimme singt sie von Trennung, Trauer und der anstehenden ökologischen Katastrophe. Nur eines scheint einem dann noch Halt und Trost zu spenden: Merchants warme, weiche Stimme.

Sie macht Musik für Erwachsene oder zumindest für all diejenigen, die die Substanz und Tiefe ihrer Songs erfassen können. Zurückhaltend, geschmackvoll und schon fast delikat mit zarten Streichern und Bläsern produziert, klingen auch ihre neuen Lieder wieder zeitlos.

Künstler, die Ausdrucksstärke und Haltung so vereinen wie Natalie Merchant, findet man nicht oft. Ihre Heimatstadt New York hat ihr einen Dichterpreis verliehen, mit dem zuvor Jonathan Franzen und Ian McEwan geehrt wurden. Und auch musikalisch ist Natalie Merchant mit ihrem Comeback-Album wieder zurück in der Ersten Liga.

Label: Nonesuch (Warner)

Homepage von Natalie Merchant

Album der Woche

Album der WochePopmusik in Reinform
Die Sängerin Sia Furler. (picture alliance / dpa)

Für zahlreiche Künstler hat sie schon Hits geschrieben, jetzt kümmert sie sich auch um ihre eigene Karriere: Auf ihrer neuen Platte "1000 Forms of Fear" setzt sich Sia mit ihren Ängsten auseinander.Mehr

weitere Beiträge

Radiofeuilleton - Musik

Neo-CountryFamilienangelegenheiten
(Galileo Music Communication )

Carper Family will auf seinem neuen Album eigene Vorstellungen von Country-Musik umsetzen. Dafür gräbt das Trio aus Austin in Texas alte Traditionals aus und vertraut auf die Magie akustischer Instrumente.Mehr

Blues-RockZurück in die frühen 70er
Album-Cover: "Great Western Valkyrie" von Rival Sons (Earache Records)

Auch mit ihrem neuen Album "Great Western Valkyrie" begleitet der Hörer die kalifornische Rockband Rival Sons auf eine Reise in die Vergangenheit und landet in den frühen 70er-Jahren. Ungefähr in der Zeit, als Led Zeppelin, Deep Purple und Bad Company ihre großen Erfolge feierten.Mehr

SoulInnovativer Beat-Bastler
Ausschnitt aus dem CD-Cover "Early riser" von Taylor McFerrin (Brainfeeder Records)

Können Sie sich noch an Bobby McFerrin erinnern? Genau – "Don’t worry be happy". Sein Sohn Taylor McFerrin bastelt auf seinem ersten Album "Early riser" mit altem Jazz, Hip Hop und Beats an der Zukunft des Soul.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur