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Fazit | Beitrag vom 10.05.2021

Christian ThielemannChefdirigent der Sächsischen Staatskapelle wird nicht verlängert

Uwe Friedrich im Gespräch mit Vladimir Balzer

Der Dirigent Christian Thielemann steht am Pult und dirigiert.  (Sächsische Staatskapelle / Matthias Creutziger)
Christian Thielemann ist nach Meinung des Musikkritikers Uwe Friedrich der "Inbegriff des konservativen deutschen Dirigenten". (Sächsische Staatskapelle / Matthias Creutziger)

Christian Thielemann ist ein sehr prominenter Dirigent, aber sein Vertrag bei der Sächsischen Staatskapelle und der Semperoper in Dresden wird nicht über 2024 hinaus verlängert. Der Musikkritiker Uwe Friedrich sieht fehlende Innovation als Grund.

Das Dresdner Opernhaus soll neu aufgestellt werden. Nicht nur der Vertrag des Intendanten Peter Theiler läuft zum Ende der Spielzeit 2023/2024 aus, auch der des Chefdirigenten Christian Thielemann. Die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch erklärte, dass mit diesen Personalien eine Zukunftsentscheidung für die Semperoper und Sächsische Staatskapelle getroffen wurde.

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Laut dem Musikkritiker Uwe Friedrich war Dresden in den vergangenen Jahren vor allem ein "selbstzufriedener Betrieb im Autopilot". "Das liegt auch an Thielemann", so Friedrich. Er sei der "Inbegriff des konservativen deutschen Dirigenten". 

"Ungeheure Solidität" – ohne Überraschungen

Bei der Entscheidung in Dresden geht es für Friedrich um fehlende ästhetische und musikalische Innovation. Die Sächsische Staatsoper stehe für "ungeheure Solidität", wenn Thielemann am Pult ist – aber "überraschend ist daran gar nichts", urteilt Friedrich. 

Mit Thielemann habe es außerdem immer wieder Reibereien gegeben, berichtet Friedrich; zuletzt im Februar mit Intendant Theiler wegen der Coronaverordnungen. Thielemann habe beklagt, man hätte – auch unter Coronabedingungen – viel mehr machen können.

Roter Teppich oder Rückzug für Thielemann?

Mit Blick auf die nächsten Jahre des Dresdner Opernhauses ist Kritiker Uwe Friedrich optimistisch angesichts der Chancen eines Führungswechsels: "Wenn man sich mit Dresdnern unterhält, die reden ja nicht von 'ihrer' Semperoper, sie wird schon als Touristenmagnet wahrgenommen. Da kann man sich ja fragen, ob man das in den nächsten Jahren nicht anders haben möchte."

Die weitere Karriere Thielemanns sieht Friedrich von der Entscheidung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultur nicht beeinträchtigt: "Thielemann ist gefragt, er wird sicherlich Angebote bekommen. Wenn er dirigieren möchte, dann wird ihm überall der Teppich ausgerollt." Vielleicht ziehe sich Thielemann jetzt aber auch zurück mit dem Gedanken, alles erreicht zu haben. Thielemann sei immer für eine Überraschung gut, so Friedrich.

(mfied)

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