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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 19.08.2015

Christian PetzoldWarum arbeiten Sie immer wieder mit den gleichen Schauspielern?

Moderation: Britta Bürger

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Der Regisseur Christian Petzold im Deutschlandradio Kultur (Matthias Horn / Deutschlandradio)
Der Regisseur Christian Petzold im Deutschlandradio Kultur (Matthias Horn / Deutschlandradio)

Nina Hoss ist Dauergast in den Filmen von Christian Petzold. Und auch anderen Schauspielern hält der Berliner Regisseur die Treue. Warum ihm das so wichtig ist, verrät er in unserer Sendung "Im Gespräch".

Das Gesicht in vielen Filmen von Christian Petzold ist das von Nina Hoss. So spielte sie unter anderem in seinen vielbeachteten Kinofilmen "Yella", "Jerichow", "Barbara" und zuletzt in "Phoenix" die Hauptrolle. In Petzolds "Polizeiruf"-Debüt "Kreise", der Ende Juni im Fernsehen lief, war Barbara Auer die Protagonistin. Auch mit ihr hat Christian Petzold bereits zusammengearbeitet: Sie hatte die Hauptrolle in seinem Film "Die innere Sicherheit". Der in Berlin lebende Regisseur hält viel von Team-Treue. Auch die Mitarbeiter hinter der Kamera sollen möglichst immer beim Enstehen eines Films dabei sein.

Anfänge in der Studentenzeit

Dieses besondere Verhältnis zu seinem Team stamme noch aus seiner Studentenzeit an der Deutschen Film und Fernsehakademie in Berlin, sagte Petzold im Deutschlandradio Kultur. "Die DFFB ist ein Ort, der ist frei gewesen", sagte er. "Das kann man sich gar nicht vorstellen, aber es gibt so etwas, dass der Staat Freiheiten schaffen kann." Als Filmstudent habe man alle Funktionen übernehmen können und alles gelernt, Ton, Schnitt, Kamera und Schauspielerei. Nach dem Ende des Studiums stellten sich die besonderen Leidenschaften heraus und in dieser Phase des Suchens habe sich damals sein "Ensemble" zusammengefunden. "Aus dieser Gruppe heraus, habe ich begonnen, Filme zu machen", sagte Petzold.

Auch die Produzenten Florian Körner und Michael Weber  hätten schon bei Studenten-Produktionen mitgeholfen. "Wir haben uns also aus der Arbeit heraus Funktionen geschaffen." Deshalb sei er nicht etwa treu, sondern es handele sich um eine "werdende und gewachsene Gruppe, die auch immer versucht, weiter zu kommen". Mit der Zeit habe er wie beim Team auch Schauspieler kennengelernt, mit denen er zusammengearbeitet habe, ohne zu Ende zu kommen. "Wo wir gesagt haben nach dem Film, eigentlich könnten wir mit dieser Figur, die wir da haben, die könnte auch einen anderen Weg gehen - lass uns den mal ausprobieren."

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