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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 06.04.2017

Chris Boos, Pionier der künstlichen Intelligenz Können Maschinen Kollegen sein?

Moderation: Ulrike Timm

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Chris Boos, deutscher Pionier der künstlichen Intelligenz und Gründer des Unternehmens "Arago" (privat)
Chris Boos beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit der Frage, wie man den Menschen Zeit zurückgeben kann. (privat)

Chris Boos will mit seiner Entwicklung "Hiro" IT-Kräfte entlasten. Die quasi-denkende Maschine soll lästige Aufgaben übernehmen, Menschen soll dadurch mehr Zeit etwa für klassische Bildung haben. Werden kluge Maschinen eines Tages das Sagen haben?

Das Gehirn lässt sich nicht reproduzieren, aber man kann es möglichst gut nachbauen. Davon ist ein Mann überzeugt, der mit Leidenschaft eine Maschine entwickelt, die intelligent denkt und handelt. Chris Boos hat aus seiner Begabung für Mathematik, aus seiner Kreativität und aus seiner extremen Sehschwäche seit jungen Jahren den Antrieb, künstliche Intelligenz zu schaffen.

Heute leitet er das von ihm gegründete international agierende Unternehmen "Arago". Dort werden Maschinen  gebaut, die in Unternehmen viele Arbeiten  übernehmen können und damit kreative Freiräume schaffen.

"Wenn man also die Möglichkeit hat, Effizienz zu gewinnen im Unternehmen, 80% der Aufgaben, die heute gemacht werden, werden auf einmal von der Maschine gemacht, werden 80% der Leute frei. Ich glaube, in einer normalen Situation würde das tatsächlich zur Arbeitslosigkeit führen. Wenn diese Unternehmen aber dazu gezwungen sind, sich neu zu erfinden gleichzeitig und viel bessere Services für ihre Kunden anzubieten, dann können die sich gar nicht erlauben, die Leute vor die Tür zu setzen, weil sie genau für diesen Schritt des sich Neuerfindens und den besseren Service genau diese Leute brauchen."

"Mit schlechten Management-Methoden kommt man einem Pferd nie bei"

Neben der künstlichen Intelligenz hegt Boos eine Faszination für Pferde, die er auch gerne für Management-Trainings einsetzt.

"Auf Dauer kann man ein Pferd nicht durch Anschreien oder Brutalsein dazu bringen, dass es tut, was man möchte. Das ist völlig unmöglich. Das Tier hat mehr Muskelmasse als man selbst, also es wird immer stärker sein und hat auch mehr Geduld als man selbst. Also von daher – das geht nur mit Überzeugung. Das heißt mit schlechten Management-Methoden kommt man einem Pferd nie bei."

Eine möglichst breite Sicht auf die Welt

Der naturwissenschaftlich-mathematisch hochbegabte Unternehmer und Visionär ist schließlich auch Förderer einer soliden klassischen Bildung.

"Für die allermeisten Menschen wird es aber doch darauf ankommen, um überhaupt etwas Neues finden zu können oder die Schönheit feststellen zu können, dass man eine möglichst breite Sicht auf die Welt bekommt und eine möglichst breite Sicht auf die Welt bekommt man bei einer möglichst breiten Bildung".

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