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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 14.05.2021

Choreograf Raimund Hoghe gestorbenEiner der wichtigsten Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes

Der Tänzer Raimund Hoghe liegt auf dem Boden und taucht seine rechte Hand in eine durchsichtige Schale, die mit Wasser gefüllt ist.  (AFP / Bertrand Langlois)
In seinen Stücken griff Raimund Hoghe gesellschaftspolitische Themen auf: Hier ist er in seinem Stück "Canzone per Ornella" zu sehen. (AFP / Bertrand Langlois)

Nachdem er lange als Journalist gearbeitet hatte, begann Raimund Hoghe seine Karriere als Tänzer und Choreograf und arbeitete etwa mit Pina Bausch zusammen. Nun ist der Ausnahmetänzer im Alter von 72 Jahren verstorben.

Er entsprach nicht dem dem Bild, das man gemeinhin von einem Tänzer im Kopf hat: mit einer sichtbaren Rückgratverkrümmung und eher geringen Körpergröße. Und doch war er einer der wichtigsten Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes. Nun ist der Choreograf, Tänzer, Filmemacher und Autor Raimund Hoghe im Alter von 72 Jahren gestorben. Das teilte das Tanzhaus NRW mit.

Hoghe war in den 1980er-Jahren als Dramaturg für die renommierte Wuppertaler Choreografin Pina Bausch tätig. 1994 choreografierte er sein erstes Solo für sich selbst: "Meinwärts".

Hier geht es zur Denkfabrik 2021. Auf der Suche nach dem Wir. (Foto: Deutschlandradio)

Hoghes Stücke befassten sich mit gesellschaftspolitischen Themen wie beispielsweise dem Umgang mit Geflüchteten. Für seine Arbeiten hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Deutschen Tanzpreis geehrt. Zuletzt war Raimund Hoghe mit "Postcards from Vietnam" (2020) am Tanzhaus NRW zu Gast. 

Porträts von Menschen mittels Wort und Tanz

Vor seiner Karriere als Choreograf und Tänzer arbeitete Hoghe als Journalist bei der Wochenzeitung "Die Zeit", porträtierte dort Berühmtheiten wie Bruno Ganz, Freddy Quinn oder Rex Gildo.

Ein völlig anderer Job war das für ihn nicht: "Das Verbindende ist das Interesse am Menschen", erzählte er in der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung "Im Gespräch", bei der er im vergangenen Jahr zu Gast war. Im Grunde habe er immer Porträts von Menschen gemacht: Erst mit dem Medium Wort, dann mittels des Körpers.

(lkn / dpa)

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