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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 04.09.2020

Cartoonist Uli Stein ist totZeichner der kleinen Fallstricke

Uli Stein bei einem Interviewtermin. Hannover, 26.02.2019. (picture alliance/Geisler-Fotopress/Clemens Niehaus)
Uli Stein lebte in späteren Jahren lange zurückgezogen im Umland von Hannover. (picture alliance/Geisler-Fotopress/Clemens Niehaus)

Seine knollennasigen Menschen und vor allem Tiere machten ihn bekannt: Uli Stein gilt als Deutschland bekanntester Cartoonist, mit Millionen verkaufter Bücher. Nun ist er mit 73 Jahren gestorben. Viel spricht für seine Tierfiguren als Erfolgsgeheimnis.

Der international bekannte Zeichner Uli Stein ist verstorben – bereits vor einer Woche, wie am Freitag öffentlich wurde. Stein sei im Alter von 73 Jahren in seinem Haus bei Hannover gestorben, sagte Katja Seifert, Vorstand der Uli-Stein-Stiftung für Tiere in Not. Wie die Stiftung mitteilte, litt der Künstler, der als Deutschland bekanntester Cartoonist gilt, an der Parkinson-Krankheit, trotzdem sei sein Tod überraschend gekommen.

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Anfang der 1980er-Jahre veröffentlichte er Postkarten, dann erste Bücher. Inzwischen wurden mehr als 13 Millionen Bücher des Cartoonisten verkauft: humoristische Bildbände über knollennasigen und eieräuigigen Männer, Frauen und immer wieder Tiere. Besonders seine drolligen Mäuse, Pinguine, Hunde und Katzen machten ihn bekannt. "In meiner Arbeit ist Politik nicht so mein Ding. Ich zeichne lieber Cartoons über die kleinen Fallstricke des Alltags, Zwischenmenschliches und natürlich meine Tiere", sagte Uli Stein.

"Einer Maus kann man nicht böse sein"

Die Tiere in seinen Cartoons seien auch Steins Erfolgsgeheimnis gewesen, sagt der Journalist Dirk Plasberg, der Uli Stein mehrfach interviewt hat, anlässlich der Todesnachricht. Er habe über Tiere Botschaften vermittelt, die er nur über sie transportieren konnte. "Er hatte einen sehr hintergründigen und rabenschwarzen Humor." Über Menschen hätte er diese Botschaften nicht vermitteln können, aber: "Einer Maus kann man nicht böse sein."

Ein gelber Heißluftballon mit einer von Uli Stein gezeichneten Maus am Himmel. (imago images / Rust)Diese Maus machte Uli Stein berühmt - hier zu sehen auf einem Heißluftballon über Hannover im Jahr 2010. (imago images / Rust)

Hinzu gekommen sei seine Gabe, seinen Humor auf den Punkt zu bringen und wirklich eine Geschichte zu erzählen in einem Cartoon, die auch einen Vorspann hat.

Stiftung für Tiere gegründet

Steins Herz schlug auch für lebendige Tiere: Ende 2018 gründete Stein eine Stiftung für Tiere in Not. Die Stiftung sollte kleine Initiativen unterstützen, vom unterfinanzierten Tierheim bis zum Gnadenhof.

Stein war am 26. Dezember 1946 als Ulrich Steinfurth in Hannover geboren worden. Er lebte in späteren Jahren lange zurückgezogen im Umland von Hannover.

(abr)

In unserer Sendung "Fazit" ab 23:05 Uhr sprechen wir mit Peter Butschkow, Zeichner im Lappan-Verlag, genauso wie Uli Stein es war. Er kannte Stein, persönlich und hat auch mit dessen Lektor, Dieter Schwalm, zusammengearbeitet.

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