Freitag, 15.11.2019
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 02.10.2018

Bundesverdienstkreuz für den Fotografen Jim RaketeEin Orden als Inspiration

Jim Rakete im Gespräch mit Gabi Wuttke

Podcast abonnieren
(picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
Der Fotograf Jim Rakete ist "kein Ordensmensch", glaubt aber, dass die Auszeichnung etwas verändern kann. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Unter dem Motto „Kultur verbindet“ hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 29 Bürgerinner und Bürger im Schloss Bellevue ausgezeichnet, die sich durch außerordentliche künstlerische Leistungen verdient gemacht haben. Unter ihnen der Fotograf Jim Rakete.

13 Frauen und 16 Männer, die aus Deutschland, Frankreich, Israel, der Schweiz und den USA kamen, haben das Bundesverdienstkreuz erhalten. Als der Fotograf Jim Rakete seine Auszeichnung erhielt, habe der Bundespräsident ihm gesagt, er hätte es verdient, so Rakete: "Und das findet man selber ja immer gar nicht, wenn man sich so in der Reihe umguckt. Weil da waren ja unglaubliche Leute zusammengetrommelt." 

Eine Mischung aus Ansporn und Verpflichtung

Umso mehr sagt der 67jährige ist diese Auszeichnung "Ansporn auf der einen Seite und eben auch Verpflichtung, weil man spürt, dass man die Auszeichnung stellvertretend bekommt für ganz viele." Er sei von vielen großartigen Menschen umgeben gewesen. Und es gab auch das eine oder andere Wiedersehen: "Hans Zimmer, der aus Hollywood angereist war, den ich das letzte Mal vor 25 Jahren dort fotografiert hatte". Aber auch Otto Waalkes, mit dem er ebenfalls über das erste gemeinsame Shooting scherzte. 

Kultur als Gesamtkunstwerk

Der Nachmittag im Zusammensein mit den anderen Künstlern hätte ihm gezeigt, dass "das, was wir Kultur nennen, eben ein Gesamtkunstwerk ist. Also da gehören eben die unterschiedlichsten Walks of Life dazu, da gehört der Koch genauso dazu wie der Choreograf." Es sei eine beeindruckende Mischung gewesen, zu der er gehören durfte. 

"Was hindert uns daran, uns stärker zu engagieren?"

Ganz wichtig sei Rakete auch die Botschaft, die sein Kollege Wolfgang Tillmans in seiner Rede angesprochen hätte, "dass wir einfach auch von der Politik erwarten, dass stärker die Sachen benannt werden, wo man sich engagieren kann, ohne dass man jetzt vereinnahmt wird zum Staatskünstler." Alle Versammelten seien doch für Europa und Freunde der Demokratie. "Also, was hindert uns daran, uns stärker zu engagieren?”

Für Jim Rakete ist klar, aus dieser Ehrung will er mehr machen: "Es gibt da ein paar konkrete Ideen, die im Zusammenhang stehen, mit dem was heute gesagt wurde, auch von Herrn Steinmeier, die ich meine, die nach Taten rufen. Und ich glaube, da ist mit mir zu rechnen." 

Alle Informationen zu der Verleihung finden Sie auf der Webseite des Bundespräsidenten

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsVenedigs mediale Katastophe
Ein Mann steht in Venedig bis zur Hüfte im Hochwasser. (imago images / Independent Photo Agency Int.)

Die "taz" prangert an, dass die Überschwemmung in Venedig zur "medialen Kulisse" herabgestuft werde. Es würden weder die richtigen Bilder gezeigt noch der Verursacher genannt - nämlich die neoliberale Politik, die die Lagune zerstört habe.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur