Bundesrepublik gibt geplünderte Kulturgüter an Polen zurück

    Zu sehen ist eine alte Handschrift. Ein Person mit blauen Handschuhen hält das Dokument fest.
    Kulturministerin Cienkowska hält eine mittelalterliche Handschrift in der Hand, die einen Teil des Textes der polnischen Hymne „Gaude Mater Polonia“ enthält. © picture alliance / dpa / Sebastian Christoph Gollnow
    Die Bundesregierung hat eine Reihe von Kulturgütern an Polen zurückgegeben. Sie waren in der Zeit der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs entwendet worden. Dazu gehört etwa eine mittelalterliche Handschrift, die Teile des religiösen Lobliedes „Gaude Mater Polonia“ - auf Deutsch: Freue Dich Mutter Polen - enthält. Laut Regierung wurden die sechs Pergamentblätter aus dem 14. Jahrhundert in Polen in einem Priesterseminar aufbewahrt, das in der Besatzungszeit geplündert und zerstört wurde. Zuletzt lagerten sie in der Staatsbibliothek zu Berlin. Auch ein aus dem 16. Jahrhundert stammender Goldring mit Diamant war Teil der Übergabe. Das Schmuckstück wird demnach König Sigismund I. zugeschrieben. Nach der Plünderung 1939 gelangte der Ring nach Deutschland und kam in den 1960er Jahren ins Schmuckmuseum Pforzheim. Ebenfalls zurückgegeben wurden mehrere Eisenbahnminiaturen und Zubehör. Die elf Objekte gehörten zur Sammlung des Verkehrsmuseums Warschau. Aus Sicht von Kulturstaatsminister Weimer ist die Rückgabe der Kulturgüter eine wichtige Geste zur Anerkennung von historischem Unrecht. Außenminister Wadephul sprach von einem „Ausdruck von gegenseitigem Respekt" und "bleibender deutscher Verantwortung".