Bundespräsident Steinmeier warnt vor einem neuen Kulturkampf

Drei Jahre lang ist die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall umgebaut worden; nun präsentiert sich das private Museum mit einer noch größeren Ausstellungsfläche. Zur Wiedereröffnung kam auch Bundespräsident Steinmeier, der seine Festrede für eine Warnung nutzte: Nationalistische Engstirnigkeit drohe, die Freiheit der Kunst einzuschränken. Wörtlich sagte Steinmeier: "Ein neuer Kulturkampf ist ausgerufen. Dem müssen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen!" Der Bundespräsident verwies er auf aktuelle Gefahren, etwa für das Bauhaus in Dessau, das um sein Überleben fürchte. Die AfD in Sachsen-Anhalt hatte das Bauhaus als "Irrweg der Moderne" bezeichnet. Baden-Württembergs Ministerpräsident Özdemir betonte in seiner Rede die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst, die neue Perspektiven ermöglicht und den Dialog fördert. Das ist dem Grünenpolitiker zufolge gerade in Zeiten wichtig, in denen die Demokratie unter Druck steht. Für das Publikum öffnen sich die Türen der Kunsthalle Würth erst am Freiag, 16. Oktober. Zum Auftakt sind die Ausstellung "Anselm Kiefer – Alles, was der Fall ist" mit 70 Arbeiten aus der Sammlung Würth sowie Leihgaben zu sehen.