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Interview | Beitrag vom 13.03.2020

Bundeselternrat zu Coronavirus und Schulschließungen"Es gibt sehr viel Unruhe, sehr viel Panik"

Stephan Wassmuth im Gespräch mit Ute Welty

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Ein Schild mit einem durchgestrichenen Schriftzug "Schule" (Julian Stratenschulte/dpa)
Coronakrise: Eltern und Schüler fühlen sich allein gelassen. (Julian Stratenschulte/dpa)

Das Saarland und Bayern schließen wegen des Coronavirus die Schulen. Aber womit müssen Schüler und Eltern in anderen Bundesländern rechnen? Der Bundeselternrat fordert zügige Handlungsempfehlungen der Schulverwaltungen und mehr Aufklärung.

Der Bundeselternrat verlangt einheitliche Handlungsempfehlungen der Schulverwaltungen im Umgang mit dem Coronavirus gibt. "Wir brauchen vor allen Dingen eine große Aufklärung, dass wir wissen, wie wir uns zu verhalten haben", sagt Stephan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternrats. 

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Es gebe "sehr viel Unruhe, sehr viel Panik", Fehlinformationen würden sich teilweise schneller verbreiten als die richtigen Informationen.

Entscheidungen über Schulschließungen 

Als erstes Bundesland hat das Saarland die Schließung aller Schulen und Kindertageseinrichtungen ab Montag bekannt gegeben. Wie es um die Abiturprüfungen im Saarland steht, war noch nicht klar. Auch Bayern schließt Schulen und Kitas bis nach Ostern. In Nordrhein-Westfalen gibt es Beratungen des Kabinetts. 

Auf der Bundesebene hat die Kultusministerkonferenz großflächige Schulschließungen zunächst nicht geplant.

Die kommenden vier bis fünf Wochen werden nach dem Rat der Virologen und Gesundheitsexperten für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus entscheidend sein. Das klar formulierte Ziel ist es, die Ausbreitung zu verlangsamen.

Nicht jede Schule schließen

Wassmuth fordert, dass zügig klare Vorgaben in allen deutschen Bundesländern gelten müssen. "Das ist völlig unterschiedlich bei den einzelnen Kultusministerien."

Wenn es Infektionsketten gebe, müsste regional nach klaren Regeln gehandelt werden. "Jede Schule kann aus meiner Sicht nicht sofort geschlossen werden", so der Bundeselternsprecher.

Schülerinnen und Schülern, die in diesem Jahr Abitur machen, kann Wassmuth keinen konkreten Rat geben. "Guckt auf den Seiten der Kultusministerien!", betont er. Das Land Hessen habe hier etwa mitgeteilt, dass die Abiturienten freigestellt und nur zu den Prüfungen zugelassen seien.

(huc)

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