Seit 00:05 Uhr Freispiel

Montag, 17.06.2019
 
Seit 00:05 Uhr Freispiel

Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.06.2018

Buchmarkt-StudieDigitaler Stress frisst Lesezeit

Kolja Mensing im Gespräch mit Marietta Schwarz

Podcast abonnieren
Menschen gehen auf der Leipziger Buchmesse eine Treppe hinauf. (dpa/Jens Kalaene)
Buchmesse Leipzig 2018 (dpa/Jens Kalaene)

Die Deutschen kaufen und lesen weniger Bücher. Schuld daran seien Smartphone und Serien-Boom, besagt eine Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Literaturredakteur Kolja Mensing hält das Ergebnis auf den ersten Blick für nachvollziehbar.

Die Zahl der Buchkäufer geht in Deutschland stark zurück: So sank zwischen 2013 und 2017 die Zahl der Käufer auf dem Publikumsbuchmarkt um 6,4 Millionen – ein Rückgang um 17,8 Prozent. Zu diesem für die Verlage recht besorgniserregenden Ergebnis kommt eine neue Studie, die der Börsenverein am Donnerstag in Frankfurt am Main der Öffentlichkeit präsentiert hat.

"Man kann in der Studie sehen, dass die meisten Käufer im Alterssegment zwischen 20 bis 49 Jahren abgewandert sind", sagt unser Literaturredakteur Kolja Mensing. "Ein Viertel der Buchkäufer ist im Moment 70 Jahre oder älter. Das heißt, wenn dieser Trend anhält, wird der Buchmarkt in absehbarer Zeit zusammenbrechen, weil die traditionellen Käufer aussterben und keine neuen Kunden nachwachsen."

Zeitfresser Serienboom

Die Erklärung für diesen Rückgang sieht der Börsenverein in den Neuen Medien, also Smartphone und auch Fernsehserien: "Der Feind ist hier doch relativ schnell ausgemacht worden", sagt Kolja Mensing, "das ist keine große Überraschung, schuld ist das Internet, der digitale Stress."

Mit dem Boom der Fernsehserien sei für das Buch eine richtig große Konkurrenz entstanden, glaubt der Börsenverein: Serien hätten die Rolle als verbindender Gesprächsgegenstand und als Medium der Selbstverständigung innerhalb der Gesellschaft vom Buch übernommen: "Diese Serien nehmen natürlich jede Menge Zeit in Anspruch, die dann wiederum als Lesezeit fehlt. Auf den ersten Blick ist das irgendwie nachvollziehbar."

Mehr zum Thema:

Die Buchberater - Ein Roman für Sie persönlich
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 17.5.2018)

Felicitas von Lovenberg im Interview - Lesen ist Zähneputzen für den Geist
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 19.4.2018)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsIm Maschinenraum des Denkens
Der Philosoph Jürgen Habermas steht an einem Rednerpult  und spricht ins Publikum. (Janine Schmitz / photothek / imago-images)

Die "Zeit" widmet dem Soziologen und Philosophen Jürgen Habermas anlässlich seines 90. Geburtstags fast das komplette Feuilleton und sieht in ihm ein "ästhetisches Phänomen". In Gestalt der Philosophin Ágnes Heller gibt es aber auch kritische Worte.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 14Der Stoff, aus dem der Osten ist
Szene aus "Düsterbuschs City Lights" am Theater Magdeburg (Theater Magdeburg)

Von einer Magdeburg-Reise kommen wir mit Fragen zurück: Welche Themen interessieren 30 Jahre nach dem Mauerfall das Publikum in den neuen Bundesländern? Muss man hier anders Theater machen? Und warum fallen Kritiken oft anders aus als Zuschauerreaktionen?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur