Die vielfach prämierte Jugendbuchautorin Jacqueline Woodson hat ein großes Gespür für die seelische Lage von Heranwachsenden. In "Alles glänzt" erzählt sie von der 16-jährigen Melody, die in äußerst komplizierten Familienverhältnissen aufwächst.
Auch die Forschung ist in Sachen Geschlechterbilder nicht frei von Vorurteilen. Neurowissenschaftlerin Daphna Joel zeigt mit ihren Untersuchungen den Geschlechter-Bias der Forschung – und plädiert für Vielfalt.
Manchester, 1867: Eine irische Geheimorganisation geht in den Kampf gegen die verhassten Engländer. Der Konflikt eskaliert. Ian McGuire erzählt schnörkellos von elementaren Fragen: Kann man sich der oft beschworenen "Spirale der Gewalt" entziehen?
Juliane Pickel ist für ihr Debüt "Krummer Hund" gleich mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Peter-Härtling-Preis. Die Geschichte um Daniel ist so intensiv, emotional und stimmig erzählt, dass man sich ihrem Sog kaum entziehen kann.
Der neue Band "stille trommeln" versammelt Gedichte aus der Zeit, in der Ulla Hahn an ihren autobiografischen Romanen gearbeitet hat. Ausgangspunkt der Poeme sind ihre Tagebücher. Ihrer klaren Sprache verleiht sie hier und da ein wenig Patina.
Die schwedische Philosophin Åsa Wikforss beschreibt in ihrem Buch „Hörensagen“ die Herausforderungen, in einer zunehmend faktenfeindlichen Welt weiterhin auf der Möglichkeit der Wahrheitsfindung zu bestehen.
Juan Gabriel Vásquez erzählt von Menschen, die Krieg, Drogenhandel und brutalisiertem Alltag zum Opfer fallen. In "Lieder für die Feuersbrunst" zeigt sich der kolumbianische Schriftsteller wieder einmal als Meister von Auslassung und Verknappung.
Beate Klarsfeld ohrfeigte 1968 den damaligen Kanzler Kiesinger, weil er ein Ex-NSDAP-Mitglied war. Mit ihrem Mann Serge jagte sie ehemalige NS-Verbrecher. Pascal Bresson und Sylvain Dorange erinnern nun mit einem Comic an die Leistung der beiden.
Wir alle benutzen die Symbole +, - und = mit großer Selbstverständlichkeit. Dass es dafür aber Mönche, Kaufleute, Drucker, Glücksspieler und Künstler brauchte, erzählt der Wissenschaftsjournalist Thomas de Padova in seiner spannenden Zeitgeschichte.
Jamaica Kincaid erzählt eine Familiengeschichte von der Karibikinsel Antigua, die auch durch die Nachwirkungen der Sklaverei geprägt ist: Suggestive Prosa statt wohlfeiler Trost. Höchste Zeit, diese Autorin auch in Deutschland zu entdecken.
Der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller, bekannt durch Studien zum Populismus und zum Liberalismus, fragt in dem Buch "Freiheit, Gleichheit, Ungewissheit", worauf es für eine Demokratie ankommt - und macht interessante Vorschläge zur Reform.
In "Der Menschenheiler" erzählt Koen Peeters von der Reise zweier Männer in den Kongo in den 50ern, als das Land sich gerade vom belgischen Kolonialismus befreit, und 50 Jahre später. Ein untergründig spannender Roman frei von Klischees.
Innerhalb eines Vierteljahrhunderts ist aus Amazon ein führender Tech-Konzern geworden. Wie dramatisch der Erfolg des Onlinehändlers den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den USA bedroht, schildert der Journalist Alec MacGillis in "Ausgeliefert".
Eine Münchner Räterepublik im Amazonas-Dschungel, ein Paradies in Sibirien – klingt unglaubwürdig? Soll es auch. Hannes Stein spielt in seinem neuen, sehr lustig zu lesenden Roman mit der Verführungskraft von Fake News.
Auch in ihrem neuen Buch bleibt Leslie Jamison ihrem Kernthema treu: Gefühl und Selbstreflexion. Ihre essayistischen Werke über Empathie oder ihren mühsamen Ausstieg aus der Alkoholsucht haben die US-amerikanische Schriftstellerin berühmt gemacht.
Eine Seuche verwandelt die USA in eine Totenwelt. Eine junge Frau schlingert durch ihr prekäres Leben, streift am Ende als letzte Überlebende durch New York. Lange vor Corona erschien „New York Ghost“, der raffiniert erzählte Debütroman von Ling Ma.
Die Literaturwissenschaftlerin Mikhal Dekel erzählt in „Die Kinder von Teheran“ die Geschichte ihres Vaters. Er floh in den 1940er-Jahren aus Polen nach Palästina. Bei ihrer Spurensuche taucht Dekel in eine kaum bekannte Geschichte ein.
Vater und Tochter: Ihre Beziehung ist bereichernd, manchmal problematisch, herausfordernd. Und oft auch einfach nur schön. Darüber hat Susann Sitzler ein sehr persönliches wie auch psychologisch kluges Sachbuch geschrieben.
António Lobo Antunes erzählt in "Bis die Steine leichter sind als Wasser" von den blutigen Folgen des Kolonialismus. Der portugiesische Schriftsteller kennt die Gewalt aus eigener Anschauung. In den 1970er-Jahren war er Militärarzt in Angola.
Melancholie, Versenkung und Freiheitsrausch: Judith Hermann erzählt in ihrem betörenden Roman "Daheim" von einer Frau, die nach dem Auszug der Tochter und der Trennung von ihrem Mann ein neues Leben beginnt.
Eine junge Verhörspezialistin verlässt die israelische Armee und studiert ihre Familiengeschichte. An vier Generationen entlang entwirft Joshua Sobol in seinem neuen Roman ein komplexes Gesellschaftspanorama Israels.
Wie umgehen mit rassistischen und rechtsextremen Vorfällen in der Polizei? Der Investigativjournalist Aiko Kempen beschreibt in seinem Buch kritisch die aktuelle Lage der Institution, die das staatliche Gewaltmonopol ausübt.
Eine Mittelstandsfamilie zieht in ein Viertel Tel Avivs, das noch nicht gentrifiziert ist. Plötzlich ist der Briefkasten zerschlagen, dann krabbeln Kakerlaken herum. Noa Yedlins scharfer, bissiger Roman "Leute wie wir" kriecht unter die Haut.
Der Mensch ist ein Parasit, die Natur sein Wirt – mit diesem Bild beschreibt der Biologe Lothar Frenz unser Verhältnis zur Umwelt. In seinem Buch "Wer wird überleben?" fordert er: Die Menschheit muss die Natur nutzen, ohne sie zu zerstören.
Der Kilimandscharo als Sehnsuchtsort der Kindheit: Jahrzehnte später bekommt der Icherzählers in Arnold Stalders neuem Roman die Gelegenheit, nach Tansania zu reisen. Aber "Am siebten Tag flog ich zurück" ist keine konventionelle Reiseerzählung.