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Tonart | Beitrag vom 12.01.2021

Britpop-Klassiker "Leisure" von Blur"Ein grandioses Zeitdokument"

Christine Franz im Gespräch mit Andreas Müller

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Die Indie/Alternative Rock Band "Blur": Graham Coxon, Dave Rowntree, Alex James & Damon Albarn, 1994. (imago images/Mary Evans Archive/Emi Record/Zanna)
Die Band Blur, hier bereits im Jahr 1994: Graham Coxon, Dave Rowntree, Alex James und Damon Albarn (imago images/Mary Evans Archive/Emi Record/Zanna)

Ein Album, das klingt, als wäre man im Proberaum dabei, und das doch schon den Grundstein einer langen Karriere in sich trägt: Das ist "Leisure" von Blur, meint Musikkritikerin Christine Franz. Vor 30 Jahren ist es erschienen.

Das England des Jahres 1991: Maggie Thatcher war als Premierministerin im November des Vorjahres zurückgetreten, doch die Zeit des ‚Cool Britannia‘ ab Mitte der 90er-Jahre noch nicht abzusehen.

Entsprechend seien auch Blur auf ihrem in diesem Jahr erschienenen Debütalbum "Leisure" noch in einer Findungsphase gewesen, meint die Kritikerin Christine Franz: Der Sound war noch sehr verhallt, die Songtexte relativ simpel – "also nicht diese ausgefeilten Charakterstudien, wie man sie dann von späteren Blur-Alben kennt".

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Die Kritiken damals waren lauwarm, erinnert sich Franz, und die Musiker von Blur, damals gerade mal Anfang 20, auch nicht wirklich zufrieden.

Soundtrack von "Trainspotting"

"Das würde heute kein Plattenlabel mehr mitmachen, einer Band so viel Zeit zu geben", meint die Kritikerin, die "Leisure" rückblickend für ein "grandioses Zeitdokument" hält.

Heute hört Franz das Album als eine "Liebhaber-Platte", weil es noch Naivität und Frische ausstrahle.

"Man hat das Gefühl, man ist noch so im Proberaum dabei. Und es sind natürlich auch schon ein paar Hits drauf – 'There Is No Other Way' und 'She’s So High'". Das Stück "Sing" fand 1993 schließlich seinen Weg in den Soundtrack zu Danny Boyles Kultfilm "Trainspotting" und wurde berühmt.

(huc)

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