Brigadegeneral: "Keine toten KSK-Soldaten in Afghanistan"

Nicht identifizierte Soldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr bei einer Übung in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw © AP
Hans-Christoph Ammon im Gespräch mit Birgit Kolkmann · 02.08.2008
Brigadegeneral Hans-Christoph Ammon hat bestätigt, dass in Afghanistan entgegen anderer Meldungen keine Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) ums Leben gekommen sind.
"Ich kann nur deutlich und klar sagen, es ist bisher kein einziger deutscher Kommandosoldat im Einsatz zu Tode gekommen", sagte Ammon am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Es gebe jedoch Verletzte. Die Anzahl sei geheim.

Zu den Spekulationen sagte er: "Ich bin der Auffassung, dass die Geheimhaltung an der Stelle unangebracht ist, weil auch im politischen Bereich sehr viel darüber diskutiert wird und alles in Zweifel gestellt worden ist, was auch durch unser Bundesministerium in den parlamentarischen Bereich hinein berichtet wurde."

Es würde seine Arbeit nicht beeinträchtigen, wenn mehr Informationen über die Einsätze nach deren Beendigung an die Politik gegeben würden, sagte der General. Dieser Beschluss sei aber Sache der Politik und gehöre nicht auf seine Verantwortungsebene. Grundsätzlich gebe das KSK keine Informationen zu laufenden Einsätzen, zu Einsatzverfahren oder zur Identität der Soldaten.

Ammon wies darauf hin, dass das KSK nicht genügend Nachwuchs habe. Es gebe 200 bis 250 Bewerber pro Jahr, 60 Prozent und mehr bestünden nicht den zweistufigen Auswahltest zur physischen, psychischen und intellektuellen Fitness. Wegen der harten Auswahlkriterien sei die Sollzahl der Kommandosoldaten bisher nicht erreicht worden. "Das ist eine hohe Hürde. Das ist der härteste Auswahltest, den die Bundeswehr kennt", sagte der General. Deshalb sei man nun dazu übergegangen, die Männer auf die Tests vorzubereiten.

Das vollständige Gespräch mit Hans-Christoph Ammon können Sie mindestens bis zum 2. Januar 2008 in unserem Audio-On-Demand-Player hören. ( MP3-Audio )