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Interview | Beitrag vom 17.07.2021

Briefaktion in Freiburg Was würden Sie in die Zukunft schreiben?

Holger Thiemann im Gespräch mit Ute Welty

Illustration: Zwei Hände mit Stiften vor blauem Hintergrund. (imago / fStop Images / Malte Müller)
Eine Briefaktion zum Freiburger Stadtjubiläum lädt dazu ein, Briefe in die Zukunft zu schicken, die erst in 100 Jahren geöffnet werden. (imago / fStop Images / Malte Müller)

Zum Freiburger Stadtjubiläum werden Briefeschreiber eingeladen, an Adressaten in der Zukunft zu schreiben. Wir sind neugierig, was in so einem Brief stehen könnte und fragen unsere Nutzer auf Facebook und Instagram, was sie da wohl schreiben würden.

Briefe in die Zukunft begleiten das Freiburger Stadtjubiläum. Wer zur schönen Stadt im Breisgau einen Bezug hat, kann einen Brief verfassen, der erst in hundert Jahren geöffnet wird. Niemand erfährt bis dahin, was in dem Brief steht. Auch die Adressaten bestimmen allein die Briefeschreiber.

Aufbewahrt im Stadtarchiv

Rund 1300 Briefe seien schon eingetroffen, sagt Projektleiter Holger Thiemann. Sie seien vor allem an Privatpersonen gerichtet, weniger an Institutionen. Da werde der Urenkel oder die Urenkelin angeschrieben oder der zukünftige Besitzer des eigenen Hauses. "Ich denke, dass es überwiegend persönliche Dinge sind, die da geschrieben werden."

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Mitmachen könne jeder, der irgendeine innere Beziehung zu Freiburg habe. Deshalb seien beispielsweise auch einige Briefe aus den Partnerstädten in anderen Ländern gekommen. "Letzte Woche kam ein Brief aus Südkorea", so Thiemann. Auch er selbst will noch einen Brief schreiben, hat ihn bereits im Kopf.

Die Briefe werden zunächst verplombt im Stadtarchiv landen und sollen dann in 2120 an die Adressaten zugestellt werden. Bis dahin gilt das Briefgeheimnis.  

Was würden Sie schreiben? 

Bei Deutschlandfunk Kultur hat uns die Aktion so gut gefallen, dass wir in unseren sozialen Netzwerken, auf Facebook und auf Instagram, unsere Nutzer dazu einladen, aufzuschreiben, was Sie in einen solchen Brief in die Zukunft schreiben würden.

Unsere Redakteurin Kerstin Hildebrandt hat schon mitgelesen und stellt fest, dass bisher "Sorry" das meist genutzte Wort gewesen ist. Ein Nutzer schreibt: "Entschuldigt bitte die Katastrophen, die wir euch hinterlassen haben. Aber wir waren erst bereit zu handeln, als uns das Wasser schon zum Hals stand." Eine Nutzerin fragt: "Gibt es uns noch, liest das jemand?" Viele äußern Zweifel daran, ob Menschen in hundert Jahren noch existieren. Die meisten Schreiber sorgen sich um die Bedingungen, unter denen unsere Nachfahren leben müssen.

Aber es gibt auch optimistische und persönliche Töne: "Jeder gegenwärtige Augenblick ist wunderschön. Ich wünsche Euch viele wunderschöne Augenblicke und macht es besser als wir", schreibt ein Mann.

Sie sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen und ihre Kommentare bei uns auf Facebook oder Instagram zu posten. Oder noch bis zum 28. Juli einen Brief nach Freiburg zu schicken: Alle Infos über die Aktion finden sich hier.

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