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Kompressor | Beitrag vom 13.06.2017

Brexit-KunstGrayson Perry und die heilende Kraft der Kunst

Lizzy Carey-Thomas im Gespräch mit Max Oppel

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(imago/ i images)
Der Künstler trifft auf Ihre Majestät: Grayson Perry und Queen Elizabeth II. (imago/ i images)

Der Brexit ist in der Kunst angekommen. Der Künstler Grayson Perry fertigt Vasen nach den Wünschen von "Remainers" und "Leavers" an - die letztlich fast identisch aussehen. Dies sei Perrys Art, den "kulturellen Kommentators" zu spielen, sagt Lizzy Carey-Thomas von der Serpentine Gallery in London.

Wenn Brexit-Gegner und Brexit-Befürworter sich eine Vase designen lassen würden, sähe sie erstaunlicherweise fast gleich aus. Also können die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Gruppen gar nicht so groß sein… Das klingt verrückt?  Dem britischen Künstler und Designer Grayson Perry ist das egal – sein "Matching Pair", die beiden Vasen, ist in der aktuellen Ausstellung "The Most Popular Art Exhibition Ever!" in der Londoner Serpentine Gallery zu sehen. Darin versucht er, seine Gedanken über ein "Divided Britain" auszudrücken

So groß sind die Unterschiede offenbar nicht

Über Social Media forderte der Transgender-Künstler und Turner Prize Gewinner "Remainers" und "Leavers" dazu auf, ihm Bilder und Texte zu schicken, die ihnen hinsichtlich ihrer Identität und ihres Landes wichtig erscheinen. Das so gesammelte Material nutzte er, um eine Vase der Brexit-Gegner zu gestalten und eine der Befürworter.  Dass die Ergebnisse sich am Ende ähneln, spricht laut Perry Bände. Womöglich ist der Gedanke eines "geteilten" Großbritannien voreilig gefasst? 

Perry, der auch Chancellor der Royal Academy of Arts ist, sehe sich selbst als kulturellen Kommentator, der versuche, ein möglichst diverses Publikum zu erreichen, sagt Lizzy Carey-Thomas, die Programmleiterin der Galerie. Er spiele dabei gerne mal den Provokateur – und glaube im Übrigen an die "heilende Kraft der Kunst".

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