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Donnerstag, 27.02.2020
 
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Interview | Beitrag vom 20.01.2020

Bremer Museum testet ZeitmodellSchnupperpreise für Kurzbesucher

Tom Schößler im Gespräch mit Nicole Dittmer

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Ein Besucher des Museums Weserburg in Bremen schaut sich in der Sonderausstellung "Proof of Life/Lebenszeichen" um. (dpa / Ingo Wagner)
Wer schnell durch das Museum huscht, hat im Museum Weserburg in Bremen weniger Eintritt gezahlt. (dpa / Ingo Wagner)

Wer nur kurz durch die Ausstellung geht, zahlt wenig – wer länger bleibt, den vollen Eintritt: Ob solche gestaffelten Preise sinnvoll sind, hat das Museum Weserburg in Bremen getestet. Mit positivem Ergebnis, sagt Geschäftsführer Tom Schößler.

Das Museum Weserburg für moderne Kunst in Bremen hat ein ungewöhnliches Preismodell ausprobiert: Der Eintrittspreis richtet sich – ähnlich wie bei Parktickets – nach der Länge des Museumsaufenthalts. Jeder Besucher zahlt pro zehn Minuten einen Euro, maximal aber den regulären Eintrittspreis. So kann jeder Interessierte kurz in die Ausstellung hineinschnuppern und dann entscheiden, ob ein langer Museumsbesuch sich für ihn wirklich lohnt.   

Auf diese Weise wollte das Museum neue Besucher gewinnen, sagt Tom Schößler, Geschäftsführer des Museums. Und dies habe sich auch sehr gelohnt. "Wir hatten zwar nur vier Wochen Test, im Dezember 2019, haben aber festgestellt, dass wir im Vergleich zum Vorjahr 2018 in diesen vier Wochen 42 Prozent mehr Besucher hatten." Die Eintrittserlöse seien ungefähr gleich geblieben. Nun soll eine nochmalige Testphase im März 2020 starten, um auch sicherzugehen, dass sich der Erfolg wiederholen lässt.

"Die Leute fanden das klasse"

Die Rückmeldungen der Besucher seien jedenfalls sehr positiv gewesen, sagt Schößler. "Die Leute fanden das klasse, dass wir was ausprobieren, haben gesagt: witzige Idee." Nur eine Befürchtung gibt es bei dem Eintrittspreis-Modell: Dass sich die Besucher gehetzt fühlen, weil sie möglichst viel in möglichst kurzer Zeit sehen und so sparen möchten.

Laut Befragung sei dies aber nicht der Fall gewesen: Dort hätten nur vier Prozent angegeben, dass sie sich gehetzt gefühlt hätten, sagt Schößler.

(lkn)

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