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Konzert / Archiv | Beitrag vom 05.08.2017

Bregenzer FestspieleTrockenen Fußes durchs Meer

Aufzeichnung aus dem Festspielhaus

Der Platz vor der Seebühne in Bregenz mit dem Festspielhaus im Hintergrund im Abendlicht (imago/Kickner)
Der Platz vor der Seebühne mit dem Festspielhaus in Bregenz (imago/Kickner)

Bilder wie aus dem Breitwandkino alter Schule: Wasser verwandelt sich in Blut, Frösche, Stechmücken und Heuschrecken verwüsten das Land – und am Ende ersäuft eine ganze Armee. Rossinis "Moses"-Oper entwirft ein monumental-blutrünstiges Panorama.

Doch natürlich sind solche Heimsuchungen nur die dunkle Seite der biblischen Handlung und treffen diejenigen, die sich dem erklärten Willen Gottes und seines irdischen Statthalters Moses entgegenstellen. Dieser hingegen, geistiges Oberhaupt der Israeliten, führt sein Volk trockenen Fußes durchs Meer, das wunderbarer Weise brav zurückweicht, so lange die Passage dauert.

Doch Gioacchino Rossinis Oper, eine seiner schlagkräftigsten Seria-Produktionen, steckt nicht nur voller beeindruckender Theatereffekte und Massenszenen, sondern konfrontiert die religiös-politische Ebene mit einer privaten Handlung, bei der die Liebespartner à la Romeo und Julia auf verfeindeten Seiten stehen und die entsprechend bitter ausgeht. Das Interesse des Kollektivs kann keine Rücksicht auf Einzelschicksale nehmen – eine Erfahrung, die sich vom Alten Testament her wie ein roter Faden durch alle Geschichtsepochen zieht, aber nur selten so anrührend gestaltet worden ist wie von dem großen italienischen Belcanto-Meister.

Bregenzer Festspiele
Festspielhaus
Aufzeichnung vom 20. Juli 2017

Gioacchino Rossini
"Mosè in Egitto", Azione tragica-sacra in drei Akten
Libretto: Andrea Leone Tottola

Andrew Foster-Williams - Faraone
Mandy Fredrich - Amaltea
Sunnyboy Dladla - Osiride
Clarissa Costanzo - Elcia
Taylan Reinhard - Mambre
Goran Juric - Mosè
Matteo Macchioni - Aronne
Dara Savinova - Amenofi
Philharmonischer Chor Prag
Wiener Symphoniker
Leitung: Enrique Mazzola

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