Brechts "Kinderhymne": Ramelow wirbt wieder für neue Nationalhymne

    Ein deutscher Fußball-Fan singt am 16.06.2016 beim Public Viewing auf dem Messegelände in Freiburg (Baden-Württemberg) im Regen vor der EM-Begegnung Deutschland - Polen die deutsche Nationalhymne.
    Nicht alle Deutschen singen die Nationalhymne so inbrünstig mit wie diese Frau © picture alliance/dpa - Patrick Seeger
    Flagge und Nationalhymne eines Landes sind Symbole mit hohem Identifikationswert. Im Falle Deutschlands funktioniert das nach Einschätzung des früheren thüringischen Ministerpräsidenten Ramelow nicht. Der Linken-Politiker sagte in der "Rheinischen Post, er kenne viele Ostdeutsche, die die Hymne aus vielerlei Gründen nicht mitsängen. Er würde deshalb gern die "Kinderhymne" von Bertolt Brecht zur Abstimmung stellen. In dem Text heißt es etwa, andere Völker sollten vor Deutschland nicht "erbleichen wie vor einer Räuberin, sondern ihre Hände reichen". Die bisherige Nationalhymne, das "Lied der Deutschen", ist seit Langem umstritten. Bei der Wiedervereinigung wurde auch über eine gemeinsame Hymne diskutiert, etwa einen Mix der beiden Hymnen der Bundesrepublik und der DDR. Es blieb aber beim "Lied der Deutschen", von dem nur noch die dritte Strophe gesungen wird. Erste und zweite hatten die Nationalsozialisten als Ausdruck der deutschen Überlegenheit genutzt.