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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 15.02.2010

Brav geprügelt

Ehemalige Heimkinder fordern ihre Rechte ein

Von Barbara Zillmann

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In den Heimen waren die Kinder und Jugendlichen Demütigungen und sadistischen Strafen ausgesetzt. (Stock.XCHNG / kat callard)
In den Heimen waren die Kinder und Jugendlichen Demütigungen und sadistischen Strafen ausgesetzt. (Stock.XCHNG / kat callard)

Wer in der frühen Bundesrepublik ein auffälliges Kind war, unehelich, elternlos oder dunkelhäutig, kam schnell "ins Heim". Viele der 800.000 Mädchen und Jungen vermissten schmerzlich persönliche Zuwendung und Förderung. Denn in den meisten Kinderheimen, oft von den Kirchen geführt, herrschten Rohrstock und schwarze Pädagogik. Ein demütigender Erziehungsstil setzte auf Strafe und Züchtigung, viele "Zöglinge" mussten Zwangsarbeit leisten, sexueller Missbrauch war keine Seltenheit.

Vor einem Jahr gründete sich der "Runde Tisch Heimerziehung": Betroffene fordern Entschädigung, Politiker, Kirchen und Sozialverbände suchen Wege der gemeinsamen Aufarbeitung. Eine Zwischenbilanz.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Links:
Runder Tisch Heimerziehung
Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
Prof. Dr. Manfred Kappeler zu Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe

Literatur:
Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn", Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der BundesrepublikErfahrungsberichte. Goldmann TB 2007
Ika Hügel-Marshall: Daheim unterwegs - ein deutsches Leben, Autobiografie, Orlanda Verlag 1998

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