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Kompressor | Beitrag vom 13.06.2019

Brasiliens Kolonialgeschichte als ComicDer Freiheitskampf in Angola Janga

Lea Hübner im Gespräch mit Gesa Ufer

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Eine Wandmalerei im ehemaligen Sklavenviertel an der Pedra do Sal in Rio de Janeiro. (Peter Bauza/dpa/picture alliance )
Gedenken an Kolonialismus: Eine Wandmalerei im ehemaligen Sklavenviertel an der Pedra do Sal in Rio de Janeiro. (Peter Bauza/dpa/picture alliance )

In "Angola Janga" widmet sich der Comicautor Marcel D'Salete einem der dunkelsten Kapitel der brasilianischen Geschichte: der Sklaverei. Elf Jahre hat er dafür recherchiert, erzählt die Übersetzerin Lea Hübner.

Brasilien war lange der größte Sklavenmarkt der Welt. Erst im Jahr 1888 wurde dort der Handel mit Menschen endgültig verboten – so spät wie in sonst keinem anderen westlichen Land. Bis dahin hatte die portugiesische Kolonie fast fünf Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner verschleppt, die auf Zuckerrohrplantagen, in der Holzwirtschaft oder in Gold- und Silberminen arbeiten mussten. Der preisgekrönte brasilianische Comicautor Marcel D'Salete hat jetzt ein spannendes, kaum bekanntes Kapitel dieser Kolonialgeschichte in seinem Band "Angola Janga - eine Geschichte der Freiheit" nachgezeichnet.

Die große Geschichte der Sklaverei wird in dem Comic auf das Schicksal einiger Hauptpersonen heruntergebrochen: Es gibt den Anführer der entflohenen Sklaven Zumbi, den Gouverneur als Widersacher, aber auch einen Kopfgeldjäger, der Sklaven zurückbringen soll und selbst einer ist. Im Mittelpunkt steht der Ort "Angola Janga".

Die weise Schamanin

In der Graphic Novel habe sie die Figur der alten Kuka am meisten beeindruckt, sagt die Übersetzerin Lea Hübner im Deutschlandfunk Kultur. Sie hat das Buch ins Deutsche übertragen. Diese Schamanin habe sie besonders berührt. "Sie ist eigentlich weise und mächtig, aber in diesem ganzen Kontext doch eher ohnmächtig", sagt Hübner. "Ich habe mich gefragt, wie das sein muss, wenn man seine Kulturtradition an so einen feindlichen Ort mitnimmt und bewahren möchte."

Heute widmen sich zwar eine Gedenkstätte und ein Museum diesem Thema, erklärt Hübner. Es gebe aber einen riesigen Nachholbedarf in der brasilianischen Geschichte. Elf Jahre habe D'Salete für den Comic recherchiert.  

(gem)

Marcelo D'Salete: "Angola Janga - eine Geschichte der Freiheit"
Ins Deutsche übersetzt von Lea Hübner
Verlag bahoe books, Wien 2019
432 Seiten, 29 Euro

Marcelo D'Salete: "Cumbe"
Ins Deutsche übersetzt von Lea Hübner
Verlag bahoe books, Wien 2017
176 Seiten, 19 Euro

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