Boulem Sansal erklärt Verlegerwechsel mit Verhandlungen zu Freilassung

    Der französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal (rechts) wird von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue empfangen.
    Bundespräsident Steinmeier hatte ein Gnadengesuch für Boualem Sansal gestellt. Glücklich ist der Autor damit nicht. © picture alliance / dpa / John Macdougall
    Als der Schriftsteller Boualem Sansal vergangene Woche einen Verlagswechsel ankündigte, war die Überraschung groß. Jetzt erklärt der französisch-algerische Autor die Gründe für das Ende der Zusammenarbeit mit Gallimard nach 27 Jahren. In einem Text für die Literaturbeilage von "Le Monde" verweist der 81-Jährige auf Meinungsverschiedenheiten während seiner Inhaftierung in Algerien. Antoine Gallimard habe sich für einen diplomatischen Ansatz entschieden. Das aber stand für Sansal im Widerspruch zu seiner eigenen Haltung, die lautete: Die Dinge klar ansprechen, die Regierung in Algerien als Diktatur benennen und jegliche Verhandlungen ablehnen. Der 81-Jährige wurde infolge von diplomatischen Bemühungen begnadigt und plant nun einen Roman über seine Zeit im Gefängnis. Das Buch soll bei seinem neuen Verlag Grasset erscheinen. Dort, schreibt Sansal, teile man seine Linie der Klarheit und des Kampfes.