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Studio 9 | Beitrag vom 28.02.2019

BMW und Daimler kooperierenKampf der Welten um die Mobilität der Zukunft

Stefan Bratzel im Gespräch mit Julius Stucke

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Reifen des "Konzeptautos" BMW i Vision Dynamics bei einer Pariser Autoschau im Januar 2019 (dpa / picture alliance / Michel Stoupak)
Futuristische Autos wie dieser BMW sind schön fürs Auge, aber nicht zentral für die Verkehrspolitik der nächsten Jahrzehnte. (dpa / picture alliance / Michel Stoupak)

Das Auto als Eigentum wird künftig "eher weniger wahrscheinlich", betont der Verkehrsexperte Stefan Bratzel: Die Autos werden komplexer und teurer und können autonom fahren. Und um diese Autos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu vernetzen, brauche es neue Regularien.

Weil es für autonome Fahrzeuge künftig sehr hoher Investitionen bedarf, wird voraussichtlich der Privatbesitz von Autos zurückgehen. So lautet die Prognose von Stefan Bratzel, Leiter des Mobilitätsforschungsinstituts "Center of Automotive Management". "Die teuren Systeme werden eher in geteilten Fahrzeugen für Fahrdienste, für Shuttles eingesetzt", prognostiziert der Verkehrsexperte im Deutschlandfunk Kultur und sieht hier für die Politik neuen Regelungsbedarf, um diese Entwicklung zu begleiten: "Man muss für die entsprechend regulativen Rahmenbedingungen sorgen, dass etwa in Metropolen eine Kombination von öffentlichem Verkehr als Massentransportmittel und solchen Zwischenformen von geteilten Individualverkehrsmitteln dann vernünftig eingesetzt wird."

Klarer Anzeiger für die neue Entwicklung

Für den Mobilitätsforscher Stefan Bratzel ist die am Donnerstag verkündete Kooperation der Autobauer BMW und Daimler für die "großen digitalen Zukunftsthemen" ein klarer Anzeiger für diese Entwicklung. Die beiden Autobauer arbeiten bereits bei Mobilitätsdiensten wie dem Carsharing zusammen und unterschrieben nun eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung von Roboterautos, also der Umsetzung von autonomem Fahren.

Konkurrenten kooperieren nicht ohne Not

Doch hier gehen nach Einschätzung Bratzels die beiden Konkurrenten nicht ohne Not zusammen: "Es besteht ein Zwang zur Kooperation in diesen Zukunftsthemen." Beide Autobauer träten schließlich nun gemeinsam gegen Konkurrenten "aus einer anderen Welt" an,  schließlich habe etwa die Alphabet-Tochter Waymo bereits mehrere Jahre Entwicklungsvorsprung und so sei diese Strategie der Autobauer erwartbar gewesen. Es habe ein Weilchen gedauert, bis die Platzhirsche aus Deutschland auch ein bisschen gelernt haben, dass es so etwas gibt wie "einen Kampf der Welten gibt um die Mobilität der Zukunft". Schließlich schwinde die Dominanz der Autobauer und werde aufgelöst durch die Konkurrenten aus der Digitalwelt.

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