Bisky setzt auf Vernunft

20.06.2009
Der Vorsitzende der Partei Die Linke, Lothar Bisky, zeigt sich zuversichtlich: Auf dem heutigen Parteitag in Berlin rechnet er mit einer klaren Entscheidung darüber, was die Linke in den kommenden vier Jahren erreichen will. Eine "Selbstzerfleischung" seiner Partei schließt Bisky im Interview aus.
Der Vorsitzende der Linken, Lothar Bisky, befürchtet keine heftigen Flügelkämpfe bei dem Parteitag am Wochenende in Berlin.

Es zeige sich, dass sich nach langen Debatten die Vernunft durchsetze und man zu Entscheidungen komme, sagte er am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Es sei gut, dass eine Partei diskutiert. "Ich kann da nichts Schlimmes dran finden."

Auf dem Parteitag werde sich zeigen, dass die Linke im entscheidenden Moment sehr handlungsfähig sei. "Ich fürchte, dass wir eventuell nur dann Probleme kriegen, wenn die Nerven durchdrehen. Aber ansonsten geht es um Entscheidungen, die man ganz rational treffen kann", betonte Bisky. Die Delegierten wüssten, "dass man jetzt nicht mit einer
Selbstzerfleischung kommt, sondern mit einer klaren Entscheidung, was wir in den nächsten vier Jahren erreichen wollen".
Er sei sicher, dass alle daran interessiert seien, dass die Linke eine starke soziale Kraft in Deutschland bleibe und stärker werde. "Und da siegt dann die Vernunft."

Eine Regierungsbeteiligung schließe er nicht aus, wenn die Linke dadurch ihre Wahlziele verwirklichen könne, sagte der Parteichef: "Wir gehen doch nicht einfach auf den Spielplatz der Wahlen und sagen: 'Wählt uns mal', aber wenn wir die Ziele, die wir hier anstreben, verwirklichen können, dann tun wir es nicht." Die Frage sei allerdings, was verwirklicht werden könne und mit wem.