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Fazit / Archiv | Beitrag vom 11.02.2019

Billie Eilish in BerlinÜber Pop-Plattitüden hinaus

Christoph Möller im Gespräch mit Gabi Wuttke

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Billie Eilish beim Bonnaroo Music Festival 2018 in Manchester, Tennessee (imago)
Von Billie Eilish werden wir noch viel hören, ist unser Kritiker überzeugt. (imago)

Die 17-Jährige Songwriterin Billie Eilish bringt Ende März ihr Debüt-Album heraus und ist momentan auf Kurztournee durch Deutschland. Unser Musikkritiker war beim Berlin-Auftritt - und sah eine Sängerin, die vermutlich bald größere Hallen füllen wird.

Billie Eilish stellte vor drei Jahren - da war sie gerade einmal 14 Jahre alt - mit ihrem Bruder Musik ins Netz und bekam prompt einen Plattenvertrag. Ende März soll nun ihr erstes Album erscheinen. Zuvor tourt sie durch Europa.

Vor den Konzerten in Hamburg und Frankfurt trat sie in Berlin im ausverkauften Kesselhaus auf. "Alle konnten alle Songs mitsingen. Ein Chor aus jungen Stimmen - gepaart mit ziemlich vielen Smartphones, die hochgehalten wurden", berichtet unser Musikkritiker Christoph Möller.

Kein beleuchteter Superstar

Möller war auf einen Abend vorbereitet, der der Lebenswelt des Publikums entsprechend gut auf Instagram abgebildet werden kann. Diese Erwartung wurde aber nicht erfüllt:

"Das war sehr minimalistisch, rechts und links über dem Schlagzeug und dem Keyboard ein Lichtgerippe. Eilish war größtenteils im Dunkeln. Der beleuchtete Superstar möchte sie nicht sein. Das wirkte alles sehr gruftig."

Dennoch sieht Möller den Erfolg von Billie Eilish in ihrer Fähigkeit, gekonnt die Mechanismen des Internets zu bedienen - sie liefere ein "Mosaik aus Spektakeln - aufbereitet für kleine Bildschirme".

Mischung aus Avantgarde und Mainstream

Eilish, die vor drei Jahren mit "Ocean Eyes" bekannt wurde, vereine in ihrer Ästhetik avantgardistische Performance-Kunst mit Hollywood-Mainstream, so Möller. Interessant sei zudem, dass ein so junger Mensch "I Want to End Me" singt: "Das ist schon etwas, das über die Plattitüden des Pop hinausgeht."

Eilish gehört jetzt schon zu den meistgestreamten Künstlerinnen der Welt, die Tour ist ausverkauft. Möllers Fazit zum Berliner Konzert: "Sie möchte auf die größere Bühne, vielleicht sogar in die Stadien - und ich glaube, da wird sie auch bald hinkommen. Das war ein gelungenes Statement."

Weitere Konzerttermine: 12. Februar in Hamburg. 17. Februar in Frankfurt am Main.

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