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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 14.09.2015

Bier trinken in den USA500 Biersorten für Feinschmecker

Von Martina Buttler

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Brooklyn Lager Bier von der in New York ansässigen Brooklyn Brewery (picture alliance / dpa / Foto: Alexandra Schuler)
Brooklyn Lager Bier von der in New York ansässigen Brooklyn Brewery gibt es vielleicht auch in Washington. (picture alliance / dpa / Foto: Alexandra Schuler)

Dass ein Sommelier den passenden Wein zum Essen empfiehlt, ist bekannt. Ungewöhnlicher ist dagegen ein Restaurant, in dem zu einem Gang das passende Bier vorgeschlagen wird. Das gibt es in Washington, wo mehrere hundert Biersorten bereit stehen – von fruchtig bis nussig.

Rote Backsteinwände, hohe Decken, viele kleine Lampen. Auf dem Tisch ein Gang nach dem anderen… Barsch, Steinbutt, Schweinelendchen und Pasta. Zu jedem Gericht gibt’s im "Birch and Barley" in Washington das passende Bier. Auch zur Käseplatte stellt Restaurantmanager Ian Reusch Bier auf den Tisch:

"Wir haben als nächstes ein Bier-Pairing zum Käse. Drei verschiedene Käsesorten und dazu drei verschiedene Biere. Wir sind davon überzeugt, dass Bier und Käse gute Freunde sind. Sie haben viele Bakterien gemeinsam, und die gleiche Hefe, die benutzt wird, um Käse herzustellen, ist auch im Bier."

Und die Gäste können aus dem Vollen schöpfen. Mehr als 500 verschiedene Sorten haben sie in Flaschen auf Vorrat. Vom Fass noch mal 55 Biere. Im "Birch and Barley" wird dem Bier gehuldigt. Deshalb kommt es auch nicht in Humpen auf den Tisch, sondern in bauchigen, filigranen Gläsern. Aber nicht einfach so…

"Der erste Käse hier ist Kuhmilchkäse, ein bisschen weicher, der läuft fast weg. Wir haben ein Bier dazu, das ´Raging Bitc` heißt und aus Maryland kommt. Ein bisschen fruchtige Süße am Anfang, das passt zu dem Käse. Und im Abgang dann der kräftige Hopfengeschmack, der den Fichtentouch im Käse unterstützt."

Ein Laden mit eigenem Bierdirektor

Biere aus kleinen Brauereien quer durch die USA von Maine, über Ohio bis nach Kalifornien. Aber auch aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz oder Belgien. Der Laden hat einen eigenen Bierdirektor, der sich durch die Ales, Kölsch oder Weizen in der ganzen Welt trinkt und die besten nach Washington holt. Und statt den passenden Wein zum jeweiligen Gang aufzutischen, gibt’s hier das passende Bier, das den Geschmack des Essens noch besser rausholen soll:

"Das meiste Essen ist gekocht, Bier auch. Ist schon mal eine Gemeinsamkeit. Jedes Gericht hat einen Restzucker, Bier auch. Das passt zusammen."

Auf der fast buchdicken Getränkeliste sind die Biere unterteilt in fruchtig, erdig, hopfig, seidig, hell oder nussig. In dem Restaurant arbeiten Leute, die Bier zelebrieren. Das heißt auch, es in der richtigen Temperatur zu servieren:

"Wir haben drei Temperaturen. Fünfeinhalb Grad ist das Kälteste für die hellen, leichteren Biere bei denen nicht so viele Aromen freigesetzt werden müssen. 8,8 Grad – etwas über der durchschnittlichen Temperatur. So servieren wir die meisten unserer Biere. Die ideale Trinktemperatur 12,2 Grad für unsere Starkbiere, die etwas süßer sind."

Und wie einen guten Wein lassen sie im "Birch and Barley" auch ihre edlen Biere länger liegen. Manche kommen erstmal für zehn Jahre in den Keller bevor sie ausgeschenkt werden. Bier – hier steht es im Rampenlicht. Alles andere ist schmückendes Beiwerk.

Mehr zum Thema:

Trinkkultur - Leipziger Bier erobert Amerika
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 28.7.2015)

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