Bibliotheken stehen finanziell erheblich unter Druck

    Die moderne Architektur von Bürgerhaus und Stadtbibliothek "Rudolf Hagelstange" in der Innenstadt von Nordhausen. Das Gebäude ist ein Beton-Quader mit einer großen Fensterfront.
    Viele öffentliche Bibliotheken leiden unter Geldknappheit © Martin Schutt / dpa / Martin Schutt
    Bibliotheken in ganz Deutschland haben mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Besonders angespannt ist die Lage laut einer Erhebung des Deutschen Bibliotheksverbands in Sachsen-Anhalt. Dort gaben 94 Prozent der öffentlichen Bibliotheken an, einen stagnierenden oder sinkenden Etat zu haben. Keine der Einrichtungen verzeichnete einen Anstieg des Budgets. Grund dafür ist die angespannte Haushaltslage der Kommunen. Die Zahlen beruhen auf einer deutschlandweiten Umfrage des Bibliotheksverbands unter fast 1.400 öffentlichen Einrichtungen. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur wurden die Ergebnisse speziell für Sachsen-Anhalt ausgewertet. Bundesweit ist der Etat bei 87 Prozent der öffentlichen Bibliotheken gleich geblieben oder geschrumpft. Zugleich kommen überall mehr Besucherinnen und Besucher. Daher warnt der Bibliotheksverband, dass die steigende Nachfrage wegen der mangelnden finanziellen Ausstattung kaum noch gestemmt werden kann. Die Interessenvertretung ist aber überzeugt: "In Zeiten sinkender Lesefähigkeit, Desinformation und fehlender digitaler Kompetenzen muss die Bibliothek als öffentlicher Bildungs- und Begegnungsort dringend gestärkt werden."