Bewegt sein und bewegen!

Die Junge Deutsche Philharmonie ist Mitte 30, wurde 1974 gegründet. Etwa 100 junge Musiker finden Aufnahme. Ausgewählt wurden sie aus den 24 deutschen Musikhochschulen mit ihren insgesamt 25 000 Studenten. Etwa die Hälfte davon sind Instrumentalisten, die sich auf einen Platz in der JDPh bewerben können. Selbstverantwortung und demokratische Entscheidung aus der Mitte des Orchesters in den künstlerischen wie organisatorischen Fragen gehört zum Selbstverständnis dieses Bundesorchesters. Einen festen Dirigenten gibt es nicht, auch die Solisten werden frei gewählt, Programme und Konzertformen werden demokratisch besprochen. Neue Musik gehört zum Repertoire und wird in einen sinnvollen Kontext zur klassisch-romantischen Literatur gestellt.
Die Junge Deutsche Philharmonie ist überall dort zu Gast, wo das Besondere gefragt ist. Die Berliner Philharmonie ist faktisch fest gebucht für die Projekte der kommenden Jahre. Die besten Nachwuchsmusiker Deutschlands machen sich also wieder auf den Weg - mit dabei ein herausragender Dirigent und ein Solist der 1. Liga. Das Programm ist auch nicht ohne! Die Junge Deutsche Philharmonie besucht im März Europa. Auf ihrer vom Goethe-Institut und Auswärtigem Amt geförderten Tour präsentiert sich das junge Orchester nicht nur in einigen Städten Deutschlands, sondern auch in Spanien, Portugal und Italien.

Wir lassen uns den Abstecher in Berlin nicht entgehen. Neben Bernsteins Divertimento und der 3. Sinfonie von Aaron Copland steht auch das Cellokonzert von Matthias Pintscher auf dem Programm - "Reflections on Narcissus" ist es überschrieben. Truls Mork wird das Konzert spielen, er hat auch die Uraufführung im vergangenen Jahr in Paris bestritten: "Ein großartiges Stück!", meinte Christoph Eschenbach, der diese Uraufführung dirigierte, "...sehr breit und lang, quasi eine Cello-Sinfonie!" Bleibt zu fragen, wo Pintscher seine Anregungen hernahm, wie er auf den Titel gekommen ist? Es sind die zwei Bilder von Cy Twombly, die ihn inspirierten. Twombly ist einer der zeitgenössichen Maler in Übersee. "Narcissus" sind die beiden Werke betitelt und gehören zu einem 1960 in Rom entstandenen Zyklus. Eines der Bilder enthält eine Reihe rechteckiger Felder mit den Inschriften "Reflections I-IV" - das hat Pintscher faktisch als architektonisches Prinzip übernommen. Diese Bilder haben Pintscher einen "abstrakten Zugang zur Musikfindung ermöglicht. Die Setzung vertraut einem ikonographischen Prinzip, ohne sich erläutern oder rechtfertigen zu müssen." Wir können gespannt sein.



Live aus der Berliner Philharmonie

Leonard Bernstein
Divertimento

Matthias Pintscher
Cellokonzert "Reflections on Narcissus"

ca. 20:50 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Aaron Copland
Sinfonie Nr. 3

Truls Mork, Violoncello
Junge Deutsche Philharmonie
Leitung: Eiji Oué