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Konzert / Archiv | Beitrag vom 04.01.2013

Best Of 2012

Ein Abend mit dem GrauSchumacher Piano Duo

GrauSchumacher Piano Duo (Dietmar Scholz)
GrauSchumacher Piano Duo (Dietmar Scholz)

Zwei Herzen im Dreivierteltakt: Andreas Grau und Götz Schumacher legten am 28. März 2012 in der Kölner Philharmonie einen tänzerisch beschwingten Abend aufs Parkett. Die exqusite Tanzkapelle bestand dabei aus gerade einmal zwei Klavieren.

Das vierhändige Klavierspiel ist ziemlich aus der Mode gekommen, seit es nicht mehr zur Darstellung größer besetzter Werke benötigt wird. Früher konnte man sich so einen Eindruck der Sinfonien von Beethoven bis Mahler verschaffen, heute erledigen das Plattenaufnahmen. Um so mehr haben Klavierduos Hochkonjunktur, die sich der vierhändigen Originalliteratur mit höchstem interpretatorischem Anspruch widmen – und die darüber hinaus die großartigen Werke für zwei Klaviere im Repertoire haben, von Bachs Doppelkonzerten bis zu Stockhausens "Mantra".

Wenn sich in diesem Umfeld ein Klavierduo besonders nachhaltig für neuere Musik empfohlen hat, dann ist das wohl das GrauSchumacher Piano Duo, das seit gut zwei Jahrzehnten musikalischen Querverbindungen nachspürt. Für den 28. März 2012 in der Kölner Philharmonie hatte das Duo ein Programm ganz aus Tanzmusik zuammengestellt, das im Kern Wolfgang Rihm zu dessen 60. Geburtstag gratuliert. Rihm ist seinerseits ein Meister der Querverbindung und der Anspielung – und einer, der sich der Romantik aus seiner heutigen Sicht immer wieder annähert. Auch Johannes Brahms, dessen Klavierwalzer das Programm eröffnen, war kein genuiner Romantiker – für ihn war die Romantik vor allem ein Stilmittel.

Das Spiel von Nähe und Verfremdung setzt sich an diesem Abend fort bis hin zu einer originalen Fassung des Ravelschen "Valse" für zwei Klaviere – späte Hommage an die Musikstadt Wien, die im apokalyptischen Finale dieser Ballettmusik allerdings unterzugehen droht. Schließlich Tänze der späteren Zeit, wild und cool gleichermaßen. Und für das Herz gibt es einen Ausschnitt aus Tschaikowskys "Schwanensee" – ohne weiße Tutus, aber mit vielen weißen Tasten…



Kölner Philharmonie
Aufzeichnung vom 28.3.12


Johannes Brahms
Walzer für Klavier zu vier Händen op. 39

Wolfgang Rihm
Mehrere kurze Walzer für Klavier zu vier Händen

ca. 20:50 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Peter Tschaikowsky
Walzer aus "Schwanensee" op. 20, bearbeitet für zwei Klaviere von Victor Babin

Frank Martin
"Ouverture et foxtrot" für zwei Klaviere

André Jolivet
"Hopi Snake Dance" für zwei Klaviere

Maurice Ravel
"La valse". Poème choréographique (Fassung für zwei Klaviere)


GrauSchumacher Piano Duo:
Andreas Grau, Klavier
Götz Schumacher, Klavier

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