Seit 14:05 Uhr Rang 1

Samstag, 25.05.2019
 
Seit 14:05 Uhr Rang 1

Interview / Archiv | Beitrag vom 02.07.2014

BerufslebenIst der Feierabend ein Menschenrecht?

Soziologe: Arbeit- und Freizeitsphäre heutzutage schwer zu trennen

Podcast abonnieren
Junge Frau ruht schlafend auf dem Sofa. (picture-alliance / dpa-Zentralbild / Hans-Jürgen Wiedl)
So richtig abschalten kann heute eigentlich niemand. (picture-alliance / dpa-Zentralbild / Hans-Jürgen Wiedl)

Jeder soll einen verlässlichen Feierabend haben – dies sei sogar ein Menschenrecht, befand SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi jetzt in einem Interview. Balsam auf die Seele geschundener Arbeitnehmer – aber auch realistisch? Wir haben den Soziologieprofessor Armin Nassehi von der Ludwig-Maximilians-Universität München dazu befragt.

Dass es hier einen Konflikt gebe, sei völlig richtig, sagt Nassehi im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur.

"Es muss neu ausgehandelt werden, was denn eigentlich von einem Arbeitnehmer innerhalb eines komplexen Arbeitsprozesses erwartet wird."

Viele Menschen könnten sich selbst kaum noch vorstellen, aus dem andauernden Informationsfluss herauszutreten:

"Das ist ja das Verrückte, dass wir es heute inzwischen mit Arbeitnehmern zu tun haben, die man 'stillstellen' muss - das große Problem des Managements vorher war, dass man sie zum Laufen bekommt."

Nicht ganz sicher ist sich der Soziologieprofessor allerdings, ob der Vorstoß der SPD-Generalsekretärin das Thema Entlastung voranbringt:

"Das nur über den verlässlichen Feierabend zu definieren, das ist wahrscheinlich zu wenig."

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur