Berlins Kultursenatorin Wedl-Wilson tritt zurück

Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ist zurückgetreten. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nahm ihre Bitte um Entlassung am Freitag an. Die parteilose Wedl-Wilson reagierte auf die Vorwürfe einer umstrittenen Vergabe von Fördermitteln für Projekte gegen Antisemitismus. Am Donnerstag hatte der Berliner Landesrechnungshof die Förderung einer Reihe von Projekten im Bereich der Antisemitismusprävention in Millionenhöhe als rechtswidrig bewertet. In seinem Prüfbericht kam er zu der Einschätzung, die Kulturverwaltung habe mit ihren Verfahren zur Bearbeitung und Auszahlung bestimmter Förderanträge gegen die Landeshaushaltsordnung und andere Regeln verstoßen. Wedl-Wilson hatte die Mittel freigegeben. Nach Einschätzung des Rechnungshofs wurde die Auswahl der Projekte in der Kulturverwaltung willkürlich und nicht auf Basis nachvollziehbarer Kriterien getroffen. Für potenzielle andere Bewerber habe keine Chancengleichheit bestanden. Berlins Linke und Grüne hatten Wedl-Wilson und ihrem im Mai 2025 zurückgetretenen Vorgänger Joe Chialo (CDU) vorgeworfen, unzulässigem Druck von CDU-Abgeordneten nachgegeben zu haben. Ein Untersuchungsausschuss beschäftigt sich seit Dezember 2025 mit den Vorwürfen.