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Neue Musik | Beitrag vom 20.12.2018

Berliner Splitter Orchester & ensemble mosaikKomposition in der Improvisation

Viele Musiker sitzen in einem breiten Lichtkegel (Berliner Splitter Ensemble / Uta Neumann)
Gegensätze ziehen sich an diesem Abend an: das "Berliner Splitter Ensemble" und das "ensemble Mosaik" vereint (Berliner Splitter Ensemble / Uta Neumann)

Zwei Ensembles vereinen sich an diesem Abend, die eigentlich sehr verschieden arbeiten. Die einen als Improvisations-Kollektiv, das andere als klassisches Interpreten-Ensemble, das Komponistenvorgaben folgt. Ein spannendes Gemeinschafts-Experiment.

Deutschlandfunk Kultur war Ende Oktober mit dabei, als "ensemble mosaik" und das "Berliner Splitter Orchester" sich gemeinsam auf einen Abend eingelassen haben.

Improvisation im Orchesterverband

Das "Berliner Splitter Orchester" wird international mit einem für Berlin typischen Genre der zeitgenössischen, improvisierten Musik verbunden, die Inspiration aus vielen Genres zieht. Am treffendsten ist diese Bewegung mit dem englischen Begriff des "Composer-Performers" beschreibbar. Er bedeutet, dass Komponistin und Interpret in Personalunion agieren, dabei der freien Improvisation folgen und gleichzeitig im Musikkollektiv eingebunden sind.

Leger gekleidete Musiker und ihre Instrumente (Berliner Splitter Ensemble / Uta Neumann)Freiheit in der Instrumentenwahl - Vieles macht Klang ab diesem Abend (Berliner Splitter Ensemble / Uta Neumann)

In den acht Jahren seines Bestehens hat das Orchester einen unverwechselbaren Gruppensound entwickelt. Damit verbunden ist eine erweiterte Klanglichkeit, die die Grenzen der traditionell als musikalisch definierten Klangvorstellung sprengt, die also auf die gesamte Palette des Geräuschhaften ausgeweitet ist und selbst die Stille umfasst. Während das Splitter Orchester also meist frei improvisierend im Kollektiv arbeitet, wirkt das "ensemble mosaik" häufig in dialogischen Prozessen an der Entstehung neuer (und notierter) Werke mit. 

Komposition und/oder/mit Improvisation

Der Abend zeigt, wie die beiden Klangkörper fremdes Material aufnehmen und dabei die eigene Identität nicht aufgeben. Gemeinsam mit drei Mitgliedern des Splitter Orchesters hat die britische Komponistin Alwynne Pritchard den Konzertabend "Public People" gestaltet und dabei die Gegensätze und unterschiedlichen Herangehensweisen der beiden Ensembles zum Ausgangspunkt der Zusammenarbeit gemacht.

Die Mitglieder des Ensembles sitzen in einer 70er-Jahre-Wohnzimmer-Atmosphäre (ensemble mosaik / Sandra Schuck)Die Mitglieder vom "ensemble mosaik" haben sich 1997 um Enno Poppe gefunden, um Neue Musik zu gestalten. (ensemble mosaik / Sandra Schuck)

Entstanden ist ein dynamisches, offenes "Produktionsfeld", das die zwei strukturell und ästhetisch verschiedenen Ensembles musikalisch zusammenführte, um dabei den Qualitäten und Praktiken beider Klangkörper gerecht zu werden: Komposition, Improvisation und die Grenzen zwischen Interpreten-Ensemble und improvisierendem Orchester lösen sich auf…

Eine Aufzeichnung des Konzertes vom 28. Oktober 2018 im Radialsystem Berlin

"Public People"
Eine kollektive Komposition von
Alwynne Pritchard
Julia Reidy
Simon James Phillips
Chris Heenan

Splitter Orchester
ensemble mosaik
Leitung: Ilan Volkov

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