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Konzert / Archiv | Beitrag vom 16.05.2019

Berliner Philharmoniker unter Herbert BlomstedtBeethoven und seine Fans aus dem Norden

Moderation: Mascha Drost

Porträt des Dirigenten. (Herbert Blomstedt / Martin U.K. Lengemann)
Der Dirigent Herbert Blomstedt hat den Komponisten Wilhelm Stenhammar für sich entdeckt - viel zu spät, wie er meint. (Herbert Blomstedt / Martin U.K. Lengemann)

Zum Nachhören: die Berliner Philharmoniker. Herbert Blomstedt dirigiert ein Klavierkonzert von Beethoven, anschließend folgt die zweite Sinfonie von Wilhelm Stenhammar. Der Schwede war Beethoven-Fan – und trat als Pianist 1894 selbst mit den Berliner Philharmonikern auf.

Herbert Blomstedt gehört mit seinen über 90 Jahren zu den größten Dirigenten, die aktiv unterwegs sind. Eigentlich wollte der in Amerka geborene Schwede mit seinem Bruder ein Quartett gründen. Aber sein erstes Dirigat an der Hochschule zündete. Beethoven nahm in seinem Dirigentenleben immer eine besondere Stellung ein.

Beethovens Willenskraft in der Musik

In einem Interview begründete Blomstedt das folgendermaßen: "Ich denke, der auffälligste Charakter von Beethovens Symphonien ist die Willenskraft. Es ist Musik, die eine Nachricht enthält, aber Sie müssen arbeiten, um diese Nachricht zu finden." Gemeinsam mit dem Pianisten Yefim Bronfman erkunden sie Beethovens Klavierkonzert in B-Dur, das als zweites geführt wird, aber einige Zeit vor der Nummer eins entstand. 

Porträt des Pianisten (Yefim Bronfman / Dario Acosta)Der Pianist Yefim Bronfman ist regelmäßig Gast bei den Berliner Philharmonikern. (Yefim Bronfman / Dario Acosta)

Yefim Bronfman hat die Klavierkonzerte von Beethoven sehr oft gespielt, auch mit den Berliner Philharmonikern. Für ihn gelten diese Konzerte als eine Art Daseinsberechtigung für einen jeden Pianisten. 

Der Schwede entdeckt den Schweden

Herbert Blomstedt bekennt, dass er die Werke von Wilhelm Stenhammar viel zu spät für sich entdeckt hat. Stenhammar wurde in Stockholm geboren - viele Jahre war er am dortigen Opernhaus Kapellmeister. Sein Klavier- und Dirigierstudium verbrachte der junge Mann teilweise auch in Berlin. Mit den Berliner Philharmonikern spielte er als Pianist 1894 die Uraufführung seines ersten Klavierkonzertes unter keinem Geringeren als Richard Strauss.

Die Verbindung zum Orchester gipfelte sogar in einer Werkwidmung. Doch der Name des Komponisten tauchte dann lange nicht mehr auf den Konzertprogrammen der Philharmoniker auf. Stenhammar sah seine zweite Sinfonie nicht in der Nachfolge von Richard Strauss, sondern viel mehr aus dem Geist von Beethoven heraus komponiert.

Zurück in Berlin

Dass nun der Schwede Blomstedt diese Musik ins Programm hebt, nimmt die ehemalige Verbindung zum Komponisten wieder auf. Und Blomstedt will diese Musik, die ihn so sehr fasziniert, weiter bekannt machen: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" 

In der Konzertpause: ein Gespräch von Olaf Wilhelmer mit dem Dirigent Herbert Blomstedt, der von der Arbeit zum Programm des Abends berichtet und über die Schönheit der spätromantischen Musik von Wilhelm Stenhammar spricht.

(cdr)

Live aus der Philharmonie Berlin

Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 19

Ca. 20.40 Uhr Konzertpause.

Wilhelm Stenhammar
Sinfonie Nr. 2 g-Moll op. 34

Yefim Bronfman, Klavier
Berliner Philharmoniker
Leitung: Herbert Blomstedt

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