Berliner Philharmoniker unter Zubin Mehta

Mahlers Kosmos in der Dritten

Eine Löwenzahnwiese wächst unter einem Sternenhimmel unter einem sehr großen Mond, dessen Krater zu sehen sind.
Mahler hatte dem zweiten, extrem friedlichen Satz ursprünglich eine Überschrift gegeben: "Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen“. © imago / YAY Images
Moderation: Stefan Lang · 17.12.2021
Gustav Mahlers dritte Sinfonie ist ein gigantisches Werk: Extraviele Musiker im Orchester plus Solosängerin und Chor. Sie behandelt die existentiellen Themen der Welt wie die Natur und die Liebe, unter den Menschen und zu Gott. Ausschweifende Romantik für anderthalb Stunden vom Spitzenorchester gespielt.
Gustav Mahler konzipierte seine dritte Sinfonie 1895 in Hamburg. Dann fuhr er in sein Urlaubsdomizil mitten in den Bergen, in sein Komponierhäuschen am Attersee. In dieser Kulisse stellte er fest: Alle Skizzen zu Hause vergessen. Seiner Freundin Anna von Mildenburg schrieb er daraufhin: „Es ist ungefähr so, als hättest Du Deine Stimme vergessen!“

Vom Bergmassiv inspiriert

Aber egal, er komponierte sich in Rage und konnte somit weiter berichten: „Mein Werk bildet eine alle Stufen der Entwicklung in schrittweiser Steigerung umfassende musikalische Dichtung. Es beginnt bei der Natur und steigert sich bis zur Liebe Gottes!“
Ein winziges, weißes Häuschen mit Fensterläden steht direkt am Wasser eines großen Sees
Mahler genoss das Idyll um den Attersee fürs Komponieren: Wasser vor der Tür, Berge im Rücken. © imago / Rudolf Gigler
Besonders ungewöhnlich ist der Beginn der Sinfonie: Acht Hörner spielen gemeinsam ein großes Thema: halb Marsch, halb Volkslied, nicht fröhlich, aber auch nicht traurig. Als ob ein Bergmassiv klingen würde. Archaische Klänge, aus denen Mahler seine musikalische Welt entstehen lässt.
Danach der zweite Satz, über den Mahler sagte: Er sei "das Unbekümmertste, was ich je geschrieben habe". Doch dabei bleibt es nicht. Es folgen stürmisches Aufwallen und wilde Auseinandersetzungen zwischen den Instrumenten. Mahler zeigt auch die weniger paradiesischen Seiten der Welt.

Dirigentenlegende Zubin Mehta

Dieses Konzert leitet eine wahre Legende: Zubin Mehta. Mit 16 Jahren stand er das erste Mal vor einem Orchester, es folgte eine beispiellose Karriere. Auch heute, mit über 85 Jahren, ist er nach wie vor aktiv wie kaum ein Zweiter.
Die Musik der Romantik und gerade die von Mahler steht ihm besonders nahe. Die Berliner Philharmoniker freuen sich sehr, ihn erneut am Pult begrüßen zu können.
Das Programmheft zum Konzert können Sie hier lesen.
Live aus der Philharmonie Berlin

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 3 d-Moll

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