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Konzert / Archiv | Beitrag vom 29.01.2015

Berliner PhilharmonikerIm Dickicht der Angst

Live aus der Philharmonie Berlin

Sir Simon Rattle, November 2011 in Beijing, China   (imago)
Der britische Dirigent Simon Rattle feiert seinen Geburtstag mit Sibelius (imago)

Was schenkt man einem Mann zum Sechzigsten? Die Berliner Philharmoniker widmen ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle einen Zyklus mit seinen Lieblingswerken – alle sieben Sinfonien von Jean Sibelius. An diesem Abend stehen die eher selten zu hörenden Sinfonien Nummer Drei und Vier neben dem berühmten Violinkonzert auf dem Programm.

Wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag führt Sir Simon Rattle alle sieben Sinfonien von Jean Sibelius in Berlin auf, gefolgt von einer Residenz in London und Gastkonzerten in Paris und Amsterdam.

Als Ouvertüre zum Zyklus gibt es einen Abend der Kontraste: Eines von Sibelius' bekanntesten Werken, das durch und durch spätromantisch-virtuose Violinkonzert, wird von dem Geiger interpretiert, der sich wie kein anderer mit dieser Musik beschäftigt hat. Von Anfang an wurde die Laufbahn des griechischen Geigers Leonidas Kavakos von Sibelius' Violinkonzert begleitet. Sein Interesse an diesem Werk geht so weit, dass er die längere und dichtere Urfassung des Konzerts, deren Aufführung Sibelius untersagt hatte, mit einer Sondergenehmigung der Erben einspielte.

Eingerahmt wird das Violinkonzert von den beiden am wenigsten bekannten Sinfonien des Finnen: Während sich Sibelius in der kompakten Dritten von seinem Idol Tschaikowsky verabschiedete und die Auseinandersetzung mit dem (Neo-) Klassizismus suchte, schuf er mit der düsteren Vierten eines seiner innovativsten Werke.

Seit vielen Jahren ist Simon Rattle fasziniert von der Musik des finnischen Meisters, die so eindrucksvoll changiert zwischen Romantik und Moderne. Zu erklären versucht der britische Dirigent seine Begeisterung so: Bei Sibelius habe man „fast nie das Gefühl, da sei jemand. Wenn überhaupt Menschen vorkommen, dann gleichsam im eigenen Dickicht der Angst."

 

Live aus der Philharmonie Berlin

 

Jean Sibelius

Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52

Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47

 

ca. 21.10 Uhr Konzertpause, darin:

"It's a strange world" - Simon Rattle über die Musik von Jean Sibelius, ein Beitrag von Margarete Zander   

 

Jean Sibelius

Sinfonie Nr. 4 a-Moll op. 63

 

Leonidas Kavakos, Violine

Berliner Philharmoniker

Leitung: Sir Simon Rattle

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