Berliner Kulturszene fordert rasche Konsequenzen nach Wedl-Wilsons Rücktritt

    Sarah Wedl-Wilson sitzt auf einem Podium vor einer blauen Wand auf der "Berlin" steht
    Die parteilose Sarah Wedl-Wilson war seit Mai 2025 Berlins Kultursenatorin. Sie folgt damit dem wenige Wochen zuvor überraschend zurückgetretenen Joe Chialo (CDU), dessen zwei Jahre im Amt von Zerwürfnissen mit dem Berliner Kulturbetrieb geprägt war © imago / Funke Foto Services / Maurizio Gambarini
    Berlins Kulturszene drängt nach dem Rückzug von Senatorin Wedl-Wilson wegen einer beanstandeten Vergabe von Fördermitteln gegen Antisemitismus auf Konsequenzen. Der Vorsitzende der Clubcommission Berlin, Weber, sagte im RBB, es müsse jetzt jemand berufen werden, der für die Kulturszene kämpfe. Dieser Rücktritt bedeute vor allem erstmal wieder eine große Verunsicherung und Instabilität. Auch die Vorständin der Berliner Kulturkonferenz, Stoff, hatte rasch Stabilität an der Spitze der Kulturverwaltung gefordert. Der Direktor der Deutschen Oper und Vorsitzende des Bühnenvereins Berlin, Fehrle, bedauerte den Rücktritt der Senatorin. Es tue ihm persönlich sehr leid für sie, weil sie ihre Arbeit wirklich sehr engagiert gemacht habe und kompetent sei, "was ja auch nicht selbstverständlich ist in dem Bereich". Fünf Monate vor der Abgeordnetenhaus-Wahl war Wedl-Wilson am Freitag zurückgetreten. Die parteilose 56-Jährige, die von der CDU nominiert worden war, zog Konsequenzen aus der Affäre um die Förderung von Projekten zur Antisemitismusprävention. Der Rechnungshof hat diese als rechtswidrig bewertet. Bereits vor einem Jahr war der damalige Kultursenator Joe Chialo von der CDU zurückgetreten, begründet hatte er das mit dem Ausmaß der Kürzungen im Kulturbereich.