Berlinale-Streit: Hamburgs Kultursenator Brosda warnt vor Eingriff in Kunstfreiheit

Unsere Gesellschaft sollte sich die Bedeutung von Kunst- und Meinungsfreiheit in einer Demokratie wieder stärker vor Augen führen - dazu hat der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda im Zusammenhang mit der Berlinale aufgerufen. Im Deutschlandfunk Kultur verteidigte er Intendantin Tricia Tuttle gegen Kritik. Sie habe dafür gesorgt, dass das gesamte Festival in einer offenen und freien Atmosphäre stattfinden konnte. Das sei ihre Aufgabe als Veranstalterin. Brosda fügte hinzu: "Es fallen Sätze, die finden wir in der Sache falsch, die finden wir teilweise unaushaltbar". Solchen Aussagen müsse man widersprechen, und das sei auch passiert. Verantwortliche einer Kultureinrichtung müssten aber nicht dafür sorgen, dass solche Sätze und Momente gar nicht mehr auftauchen. Zu glauben, dass Kulturveranstaltungen und Festivals Safe Spaces sein könnten, nannte der SPD-Politiker einen gedanklichen Fehler, denn "was dabei rauskommt, ist dann nicht mehr freie Kunst, sondern ist irgendwie nur noch eine Mischung aus Amüsement und Rekreation des Gemüts".