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Fazit | Beitrag vom 10.02.2019

Berlinale Kamera an Wieland Speck"Der Vielfalt Charakter geben"

Wieland Speck im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Sektionsleiter Wieland Speck (Berlinale Panorama) während der Programmpressekonferenz anlässlich des bevorstehenden Internationalen Filmfestivals in Berlin Pressekonferenz zur Berlinale 2017 in Berlin (imago stock&people)
Wieland Speck anlässlich einer Pressekonferenz der Sektion Panorama während der Berlinale 2017. Speck ist bei der diesjährigen Ausgabe mit der Berlinale-Kamera ausgezeichnet worden. (imago stock&people)

Wieland Speck ist seit 1982 bei der Berlinale dabei. Er ist Mitbegründer des Teddy Award und war lange Leiter der Sektion Panorama. Für seine Verdienste wurde er nun mit der Berlinale Kamera geehrt.

Berlinale-Urgestein Wieland Speck, seit 37 Jahren dabei und ehemaliger Chef der Sektion Panorama, ist mit der Berlinale Kamera geehrt worden. Mit dem Preis zeichnen die Internationalen Filmfestspiele seit 1986 Persönlichkeiten oder Institutionen aus, "denen sie sich besonders verbunden fühlen und denen sie mit dieser Ehrung ihren Dank ausdrücken möchten".

Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur sprach Speck von Nostalgie, die sich einschleicht, wenn man so einen Preis bekommt. Weil das auch immer Anlass für einen Rückblick sei. "Auf der anderen Seite bin ich aber noch am Wirbeln", betonte Speck. "Ich habe, seitdem ich die Panorama-Leitung abgegeben habe, den Wettbewerb mitbetreut. Außerdem habe ich letztes Jahr die Rückschau '20 Jahre Panorama-Publikumspreis' gemacht. Dieses Jahr zeige ich ein kleines Retrospektiv-Programm namens 'Panorama 40'. Ich habe dafür Filme gesucht, die sehr viel bedeuten für das Profil, für den Geist des Programms, aber nicht unter der 'Best-of'-Nummer laufen."

Von der Unterhaltung bis zum Tabubruch

Im Verlauf der Jahre habe er über 1800 Langfilme und über 600 Kurzfilme ins Programm gehoben, so Speck. Zum Schluss seiner Zeit als Panorama-Leiter habe er 20 Mitarbeiter mit der Vorauswahl beschäftigt. "Die mussten dann aus 3800 Filmen, die jedes Jahr ins Panorama wollten, etwa 800 bis 1000 auswählen, die ich mir dann angesehen habe."

Das Schöne an den Jahren in der Sektion Panorama sei die Vielfalt gewesen, sagte er: "Ich kann von Unterhaltung bis zum radikalen Tabubrecher, von experimentell bis recht gefällig gehen. Man hat genau das, was die Presse zum Teil Beliebigkeit nennt, nämlich die Vielfalt. Einer Vielfalt Charakter zu geben ist uns, glaube ich, über die Jahre geglückt."

Filmschwemme durch digitale Technik

Seine Arbeit als Kurator sei vor allem durch die Einführung der digitalen Technik beim Film beeinflusst worden, berichtete Speck. Einerseits habe sich die Menge der eingereichten Filme erhöht, andererseits auch die Machart der Filme verändert: "Die kleine Kamera in der Hand konnte plötzlich Kinobilder liefern. Damit hatte man eine Nähe zu den Darstellern oder Protagonisten erreicht, die man zuvor gar nicht kannte. Das wurde aber schnell ein bisschen überbenutzt, und die Anzahl der Filme, die gesichtet werden mussten, war fast nicht mehr zu bewältigen."

Wieland Speck ist Mitbegründer des Teddy Award, des weltweit ersten Filmpreises für queeres Kino. Die Auszeichnung wird bereits seit 33 Jahren verliehen: "Die Jury des Teddy Award besteht dieses Jahr aus Menschen aus Nairobi, aus Prag, aus Fernost, aus allen möglichen Ländern", betonte er. Das sei ihm wichtig. Denn in jedem dieser Länder sei die Situation für queere Menschen anders. So könne man voneinander lernen und sich gegenseitig stützen.

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