Berlinale-Chefin will Filmfestival zum Ort des offenen Dialogs machen

Im vergangenen Jahr hatten Antisemitismus- und Israelhass-Vorfälle die Berlinale überschattet - die neue Leiterin Tricia Tuttle spricht von Fehlern, die gemacht worden seien, und will Konsequenzen ziehen. In der Neuen Osnabrücker Zeitung kündigte sie an, das Internationale Filmfestival Berlin zu einem Ort des offenen Dialogs zu machen. Je mehr sich die Debatte radikalisiere, desto dringender werde ein Ort für differenzierte Gespräche gebraucht, so Tuttle. Die Moderatoren sollen entsprechend trainiert und die Gäste sensibilisiert werden. Wichtig sei ein respektvolles Gespräch und dass jeder seine Meinung äußern dürfe. Eine rote Linie sieht Tuttle, wo es in den Antisemitismus kippe. Nach der Berlinale-Gala 2024 hatte es breite Kritik gegeben, weil auf der Bühne einseitige Positionierungen im Nahostkonflikt zugunsten der Palästinenser abgegeben wurden. Außerdem versäumte die damalige Berlinale-Leitung eine Solidaritätsbekundung mit einem israelischen früheren Festival-Wettbewerber, der von der Hamas als Geisel entführt worden war. Bei ihm will sich Tuttle nun entschuldigen.