Seit 13:05 Uhr Länderreport

Montag, 10.08.2020
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Fazit | Beitrag vom 13.03.2020

Beratungen der KultusministerWie die Kulturszene die Coronaepidemie überleben kann

Christiane Habermalz im Gespräch mit Andrea Gerk

Beitrag hören Podcast abonnieren
Leere vor dem Louvre in Paris. Wegen der Coronapandemie ist das Museum geschlossen worden. (imago images / Hans Lucas)
Der Louvre in Paris ist geschlossen. Auch viele deutsche Museen sind schon zu. (imago images / Hans Lucas)

Die Absage ungezählter Veranstaltungen ist für die freie Kulturszene existenzbedrohend. Die Kultusminister haben in Berlin nach Lösungen gesucht, wie die Kreativwirtschaft in Zeiten der Coronaepidemie am Leben erhalten werden kann.

Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen, ungezählte Veranstaltungen fallen wegen der Coronaepidemie aus. Die Kulturminister der Länder haben daher am Freitag in Berlin getagt, um sich über Hilfen für die Kultur- und Kreativwirtschaft abzustimmen. Kernfrage: Wie können vor allem freie Kultureinrichtungen und Kulturschaffende wirtschaftlich unterstützt werden?

"Die Kulturminister gehen mittlerweile davon aus, dass das kulturelle Leben in Deutschland voraussichtlich zum Erliegen kommen wird. Und das ist schmerzlich für öffentliche Einrichtungen", sagt unsere Kulturkorrespondentin im Hauptstadtstudio, Christiane Habermalz. "Aber hier werden ja wenigstens die Gehälter weiter gezahlt. Für die freie Kunstszene dagegen ist es dann ganz schnell existenzbedrohend. Und hier muss der Bund helfen, fordern die Landesminister."

Perspektive gegen die aufkommende Verzweiflung

Bei den Hilfen für die Wirtschaft dürfe die Kreativwirtschaft nicht vergessen werden, dafür habe sich der Vorsitzende unter den Kulturministern, Bayerns Kultusminister Bernd Sibler, stark gemacht. Kreativen müsste dringend eine Perspektive gegen die aufkommende Verzweiflung und Panik gegeben werden, meinte Sibler.

Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Bernd Sibler (CSU). (dpa / picture alliance / Kay Nietfeld)Bernd Sibler (CSU), der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, sagt, Kultur müsse unterstützt werden, weil sie systemrelevant sei. (dpa / picture alliance / Kay Nietfeld)

Auf die Forderung nach Hilfe habe auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters reagiert, ergänzt Habermalz. So soll von dem von der Bundesregierung beschlossenen Milliardenpaket für die Wirtschaft auch die Kultur und Kreativwirtschaft profitieren.

"Das wird nun allerdings freischaffenden Künstlern oder Musikern wenig nützen, deren Auftritte wegbrechen, oder auch freien Kameraleuten, freie Veranstaltungstechnikern. Also für diese Klientel, für diese freie Szene, will Grütters jetzt bestehende Programme schärfen, damit sie Freiberuflern gezielt gut zugute kommen."

Kulturrat fordert Notfallfonds

Dazu soll Geld, das bereits im System ist, hin zu freien Künstlern umgelenkt werden. Zudem wolle man erreichen, dass bereits gezahlte Förderungen bei einer Absage von Veranstaltungen nicht zurückgezahlt werden müssen, so Habermalz. "Zum Überleben wird das für kleine Veranstaltungsorte und Kulturschaffende wohl kaum reichen. Also da wird es noch andere Nothilfen geben müssen, möglicherweise auch einen Notfallfonds für Härtefälle, wie ihn der Deutsche Kulturrat gefordert hat."

Es gebe Signale, dass eine Bereitschaft bei Bund und Ländern, einen Nothilfefonds einzurichten, bestehe. Genaueres sei noch nicht absehbar. Am Ende werde es auch um die Frage gehen, welchen Stellenwert Kunst und Kultur in Krisenzeiten haben - also welchen Wert ihr eine Gesellschaft im Ausnahmezustand beimisst.

(mle)

Mehr zum Thema

Mut in Zeiten des Coronavirus - Ohne eigene Haltung geht es nicht
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 12.03.2020)

Merkel zur Coronakrise - Aufklärung und rationales Verhalten statt Verbote
(Deutschlandfunk, Kommentare und Themen der Woche, 11.03.2020)

Coronavirus - Berliner Philharmoniker spielen Geisterkonzert
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 11.03.2020)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsIris Berben wird 70
Die Schauspielerin Iris Berben. (Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB)

Iris Berben wird am Mittwoch 70 Jahre alt und ARD und ZDF zeigen zu Ehren der Schauspielerin verschiedene Filme. Aber müssen es unbedingt welche sein, die vom Alter handeln, wundert man sich in der "Süddeutschen": „Ist das nicht eine Frechheit?"Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 25Zurück aus dem Netz: Theater unter Corona-Auflagen
Stadion der Weltjugend (Schauspiel Stuttgart / Conny Mirbach)

In einigen Bundesländern dürfen die Theater wieder öffnen – unter strengsten Auflagen. Wie kann das aussehen: Live-Theater unter Corona-Bedingungen? Darüber sprechen wir mit der Theaterkritikerin Cornelia Fiedler und dem Schauspieler Martin Wuttke.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur