Benachteiligung von Frauen in Bibelübersetzungen nachgewiesen

Wurden Frauen in der Bibel im Laufe der Jahrhunderte unsichtbar gemacht? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Ausstellung im Bibelhaus-Erlebnismuseum in Frankfurt am Main. Gezeigt werden Ergebnisse eines Forschungsprojekts mehrerer deutscher Universitäten und Hochschulen, das Hunderttausende altgriechische Textvarianten des Neuen Testaments ausgewertet hat. Die Theologen und Informatiker haben dabei mithilfe eines internetbasierten Werkzeugs eine auffällige Tendenz entdeckt: Manche Frauennamen wurden in späteren Abschriften zu Männernamen verändert. Umgekehrt sei das nicht nachweisbar. Als Beispiel nennen sie die Apostolin Junia, die lange Zeit in manchen Bibelübersetzungen als Mann Junias dargestellt wurde. Die Untersuchung zur Überlieferung der neutestamentlichen Texte und ihrer Übersetzungen zeige, dass Geschlechterfragen schon immer Teil der Kultur waren.