Beknackter Egomane in hysterischer Szenerie

Steve Carell und Nancy Carell bei der Premiere von "Der unglaubliche Burt Wonderstone" © picture alliance / dpa / Patrick Fallon
Von Hans-Ulrich Pönack · 03.04.2013
Die Schauspieler sind preisgekrönt, die Geschichte könnte überzeugen, der Film selbst aber ist ein Flop. Don Scardino erzählt in "Der unglaubliche Burt Wonderstone" von der Kumpanei zweier Männer. Dabei lässt er seine Darsteller ausgesprochen fantasielos und wenig komisch agieren.
Es existieren in Hollywood zwei Komiker, die ich beinahe ständig als Zumutung empfinde: Den beleibten Kevin James sowie den nicht minder unangenehmen Steve Carell. Letzterer spielt hier als Burt Wonderstone mit und zeigt sich als überschminkter, unsympathischer, arroganter Star-Zauberer,ein Schnösel, der seit vielen Jahren, gemeinsam mit seinem Freund und Partner Anton Marvelton (Steve Buscemi), als Meister-Illusionist die Las Vegas-Bühne prägt.

Doch nun blättert der Erfolgslack, was Burt Wonderstone aber nicht einsehen möchte. Er setzt die einst in Kindertagen begonnene, beschworene Freundschaft zu Anton aufs Spiel und landet schließlich, weiterhin uneinsichtig, ganz unten - während der Konkurrent, der unkonventionelle Straßen-Artist Steve Gray (Jim Carrey mit exotischer Langhaarmähne), dank Internet zum neuen Zauberer-Kracher aufsteigt, was Burt & Anton dann doch wieder zusammen- und auf die Idee bringt, sich wieder auf ihre alten Erfolgstugenden Talent und Freundschaft zu besinnen, um dann über einen neuen sensationellen Show-Act wieder aufzusteigen.

Wenn ich mit einer Top-Besetzung wie mit dem 50jährigen Steve Carell ("Ich suche einen Freund für das Ende der Welt"; "Get Smart"), mit dem Independent-As Steve Buscemi ("Reservoir Dogs"; "The Big Lebowski", TV-Erfolgsreihe "Boardwalk Empire" und dem "Golden Globe" als "Bester Schauspieler"), mit der Komiker-Ikone und zweifachem "Golden Globe"-Preisträger Jim Carrey ("Die Truman Show"; "Der Mondmann"); mit dem tollsten Kraftkerl vom Hollywood, James Gandolfini (kürzlich eine Nebendarsteller-Augenweide in "Killing Them Softly"; "Golden Globe"-Preisträger für die Hauptrolle in der überragenden HBO-Serie "Die Sopranos"/ZDF); mit dem "Oscar"-gekrönten Charakter-Star Alan Arkin ("Little Miss Sunshine"; "Golden Globe" für Nebenpart in "Argo"), wenn ich also mit einem solchen gigantischen Ensemble antrete, kann dies eigentlich nur bedeuten, ich präsentiere einen Klasse-Film.

Das Gegenteil ist der Fall. Carell flitzt als beknackter Egomane durch die hysterische Szenerie; eine simple, biedere, vorhersehbare Handlung lähmt bald jegliches Interesse; selbst die Slapstick-Nummern wirken fantasielos und wenig komisch und der bislang vorwiegend beim Fernsehen tätige Regisseur Don Scardino ("30 Rock") vermag wenig Schwung in diese abgestandene Ulk-Kiste mit namhaftem Personal zu bringen. Sein Film ist überwiegend pointenfrei. Es verbittert, wie sich Michael "Bully" Herbig ("Der Schuh des Manitu") in kurzen Nebenauftritten ziemlich dusslig verhält. "The Incredible Burt Wondestone" ist eine humorfreie Langweiligkeit.

USA 2012, Regie: Don Scardino, Darsteller: Steve Carell, Steve Buscemi, Jim Carrey, James Gandolfini, Alan Arkin, 101 Minuten, FSK ab 12 Jahren
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