Begegnungen mit Paul Badura-Skoda

07.11.2011
Paul Badura-Skoda ist seit mehr als sechs Jahrzehnten auf den Konzertpodien der Welt zu Hause. Der waschechte Wiener gehörte zu der jungen, wilden Pianistengeneration, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Publikum im Sturm eroberte. Badura-Skoda ist ein außergewöhnlich vielseitiger Künstler, der als Pianist tief in der Wiener Musiktradition verwurzelt ist. In den "Begegnungen" erzählt der Wiener Pianist, Dirigent, Komponist, Herausgeber und Sammler alter Instrumente über sein erfülltes und erfolgreiches Leben als Künstler.
Zu Hause, in seiner Wiener Wohnung, hat Paul Badura-Skoda "nur" noch eine handvoll Klavierflügel stehen. Eines seiner persönlichen Prachtstücke ist ein Hammerflügel von Anton Walter, der um 1790 gebaut wurde. Den Großteil seiner Sammlung hat der Pianist bereits vor einigen Jahren dem österreichischen Schloss Kremsegg vermacht.

Auf der Suche nach dem "richtigen" Klang entdeckte Paul Badura-Skoda schon als ganz junger Pianist historische Instrumente. Er war fasziniert von den im Vergleich zum modernen Instrument so andersartigen klanglichen Möglichkeiten eines Cembalos oder Hammerflügels. Fortan suchte er, wo und wann immer er konnte, nach alten Instrumenten. Manchmal dauerte es Jahre, einmal war es sogar ein Jahrzehnt, bis das "Objekt der Begierde" endlich in seiner Sammlung stehen konnte.
Paul Badura-Skoda war einer der ersten Musiker, der sich schon in den 50er Jahren mit großer Leidenschaft und intensiv für historische Instrumente interessierte und diese auch öffentlich in seinen Konzerten spielte. Das Publikum war in jener Zeit neugierig gespannt, aber längst nicht so tolerant und aufgeschlossen wie heute. Auch deshalb spielte der Pianist damals seine Klaviersonaten von Mozart, Schubert und Beethoven zweimal ein: auf historischen sowie auch auf modernen Klavieren.

In der vierten Folge der "Begegnungen" mit Paul Badura-Skoda erzählt der Pianist von Hammerflügeln und historischen Instrumenten, über seine Zusammenarbeit mit Hans Knappertsbusch und Frank Martin, der ihm 1970 sein zweites Klavierkonzert widmete.



Begegnungen mit dem Pianisten Paul Badura-Skoda
Briefmarken sammeln wäre einfacher:
Auf der Suche nach historischen Instrumenten
(Folge 4/5)


Paul Hindemith
Sonate für Klavier Nr. 3 B-Dur
daraus: 2. Satz
(1956)

Wolfgang Amadeus Mozart
Fantasie c-Moll KV 475
(1970)

Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier Nr. 29 B-Dur op. 106 ("Hammerklaviersonate")
daraus: 1.Satz
(1976)

Franz Schubert
Divertissement à la Hongroise g-Moll op. 54 D 818
Paul Badura-Skoda & Jörg Demus

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466
daraus: 1. Satz
HR-Sinfonieorchester
Leitung: Hans Knappertsbusch
(1962)

Frank Martin
2. Klavierkonzert
Orchestre Symphonique de la Radio Luxembourg
Leitung: Frank Martin
(1971)