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Konzert / Archiv | Beitrag vom 01.05.2013

Begegnungen mit Josef Bulva (Folge 2/4)

Neubeginn im Westen

Josef Bulva (Josef Bulva / Angelo Antelino)
Josef Bulva (Josef Bulva / Angelo Antelino)

Josef Bulva, 1943 in Brünn geboren, ist schon früh ein Star in seiner Heimat. Als Staatssolist maximal gefördert und gefordert geht er dennoch Anfang der 70er Jahre in den Westen. In Abwesenheit wird er des Hochverrats angeklagt und verurteilt. Auf den Konzertpodien ebenso wie in der Münchner High Society fasst er Fuß, feiert international Erfolge als Pianist.

Bis 1996 bei einem Sturz auf schneeglatter Straße seine linke Hand zerfetzt wird. Irreparabel, heißt es. Das Ende seiner Pianistenlaufbahn. Und der Beginn einer Karriere als Investmentbanker in Monaco. Seit 2003 erneute Operationen, heimliches Üben, dann 2009 ein hart erkämpfter Neubeginn: die überraschende Rückkehr auf das Podium. Josef Bulva ist wieder Pianist.

In der zweiten Folge berichtet er von seiner Flucht in den Westen (er kehrte von einer Konzertreise nicht zurück) und den Konsequenzen für ihn selbst und auch für andere, etwa in der Tschechoslowakei zurückgebliebene Musikerkollegen.

Es geht um den Neuanfang, zunächst in Luxemburg, dessen Bürger er seitdem ist, und später in München, von wo aus er seine zweite Karriere in Angriff nahm. Ein musikalischer Skandal machte in bekannt: seine Einspielung der Tannhäuser-Ouvertüre von Richard Wagner in der Klaviertranskription von Franz Liszt, die Bulva selbst weiter bearbeitet hat. Es hieß, so sei das Stück nicht spielbar, es müsse beim Schnitt manipuliert worden sein. Glück für den Pianisten: man wurde auf ihn aufmerksam.

Virtuosität ist eines der wichtigen Stichworte in Bulvas Vita. Ende der 1970er Jahre zog er sich für eine Weile vom Podium zurück, erweiterte sein Repertoire, nahm Abschied von der Virtuosität als Selbstzweck und erforschte die Dinge hinter den Noten.

Zu hören sind neben der Tannhäuser-Ouvertüre die Suite für Klavier zu "Romeo und Julia" von Sergej Prokofjew und das Klavierkonzert in Es-Dur von Franz Liszt, dazu Ausschnitte aus für Bulva idealtypischen Aufnahmen von Martha Argerich und Vladimir Horowitz.



Begegnungen mit dem Pianisten Josef Bulva (Folge 2/4)
Neubeginn im Westen

Ruth Jarre im Gespräch mit Josef Bulva
(3. Teil: 08.05.2013)

Richard Wagner/Franz Liszt/Josef Bulva
Ouvertüre zu "Tannhäuser" (Klaviertranskription)
Josef Bulva, Klavier

Modest Mussorgsky
Bilder einer Ausstellung (Ausschnitt)
Vladimir Horowitz, Klavier

Sergej Prokofjew
Vier Stücke aus "Romeo und Julia", Suite für Klavier
Josef Bulva, Klavier

ca. 21:10 Uhr Nachrichten

Peter Tschaikowsky
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23
1. Satz Allegro non troppo e molto maestoso -
Allegro con spirito (Ausschnitt)
Martha Argerich, Klavier
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Kirill Kondraschin

Franz Liszt
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur
Josef Bulva, Klavier
Radio Sinfonieorchester Luxemburg
Leitung: Daniel Nazareth

Alexander Skrjabin
Sonate Nr. 3 fis-Moll op. 23
Josef Bulva, Klavier

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