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Konzert / Archiv | Beitrag vom 28.08.2019

Begegnungen mit dem Komponisten und Dirigenten Friedrich Cerha (4/4)Wiener und andere Exoten

Moderation: Olaf Wilhelmer

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Der Komponist Friedrich Cerha und seine Frau Gertraud (Olaf Wilhelmer)
Seit 67 Jahren miteinander und mit der Musik verbunden: Der Komponist Friedrich Cerha und seine Frau, die Cembalistin Gertraud Cerha (Olaf Wilhelmer)

Friedrich Cerha ist so etwas wie ein "Wiener Klassiker" zu Lebzeiten. Der heute 93 Jahre alte Komponist und Dirigent ist eine Instanz der österreichischen Nachkriegskultur. Hier berichtet er von seinem langen Lebensweg.

Von Haydn bis Schönberg: Friedrich Cerha wandelt auf den Spuren all derer, die die Musikstadt Wien im Laufe der Jahrhunderte geprägt haben. Der 1926 geborene Musiker verbindet profunde historische Kenntnisse mit großem Traditionsbewusstsein.

Zugleich verkörpert der Wiener Komponist und Dirigent den Aufbruch der Nachkriegsmusik aus jeder musealen Erstarrung. Davon zeugt sein hochoriginelles, enorm umfangreiches kompositorisches Schaffen ebenso wie sein unermüdlicher Einsatz für die Vermittlung neuester Musik in der Praxis.

Islamische Traditionen und Wiener Humor

In vier Gesprächen, aufgezeichnet 2016 in Wien, erinnert sich Cerha gemeinsam mit seiner Frau Gertraud an traumatische Kriegserlebnisse, an Vorgänger wie Richard Strauss und Weggefährten wie Thomas Bernhard, und er reflektiert seine Entwicklung vom ausgegrenzten Modernisten zum offiziell anerkannten Großmeister, der sich dennoch jeder Vereinnahmung konsequent widersetzt.

Die abschließende vierte Folge (die am 21. Dezember 2016 erstmals gesendet wurde) thematisiert Cerhas detailliertes Interesse an außereuropäischer Musik (vor allem aus dem islamischen Raum), und fragt nach den Spuren des rabenschwarzen Wiener Humors in seinem Werk.

Begegnungen mit dem Komponisten und Dirigenten Friedrich Cerha (4/4)
Wiener und andere Exoten
Olaf Wilhelmer im Gespräch mit Friedrich und Gertraud Cerha

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken:

Rudolf Strohmayer
Wiener Heurigen-Marsch

Brüder Mikulas

György Ligeti
"Fém" (Études pour piano Nr. 8)

Pierre-Laurent Aimard, Klavier

Friedrich Cerha
"Eine Art Chansons"

HK Gruber, Stimme
James Holland, Schlagzeug
Martin Jones, Klavier
Robin McGee, Kontrabass

Streichquartett Nr. 1 "Maqam"

Arditti Quartet

"Monumentum für Karl Prantl" für großes Orchester

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Michael Gielen

"Impulse" für Orchester

Wiener Philharmoniker
Leitung: Pierre Boulez

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