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Konzert / Archiv | Beitrag vom 23.08.2017

Begegnungen mit dem Komponisten Gösta NeuwirthGestern und Morgen

Von Carolin Naujocks

(Angela von Moos/ privat)
Gösta Neuwirth (Angela von Moos/ privat)

Der aus Österreich stammende Komponist Gösta Neuwirth ist ein Erzähler. Auch seine Musik bewegt sich von Ereignis zu Ereignis wie die Erzählung eines Romans. Das »Erinnern« steht daher für die kompositorischen Prozesse, die diesem Fluss erst eine dauerhafte Form verleihen.

Vor dem Hintergrund der Lektüre Marcel Prousts, jener imaginierter Erinnerungsbilder aus dem Romanzyklus Auf der "Suche nach der verlorenen Zeit" schrieb Gösta Neuwirth seit 1953 eine Reihe von Kammer- und Ensemblestücken, die seinen  mehr als zweistündigen Proust-Zyklus "Gestern und Morgen" bilden. Hier entsteht eine  musikalische Welt, die nach der "Logik des Traums" auf den Spuren dieser "verlorenen Zeit" wandelt. Zwar ist seine Musik in starkem Maße biografisch geprägt, doch ist der Fluss der Ereignisse an sich unvermittelbar. Auch durch die Form verlieren die Ereignisse ihren unmittelbaren Charakter.

Erstaunlich, dass die Kompositionen des 1937 in Wien geborenen Komponisten seltsam unbemerkt geblieben sind, am Rande des etablierten Musikbetriebs spielen sie eher als musikalischer Geheimtipp eine Rolle. Das steht in einem merkwürdigen Gegensatz zu Neuwirths exzellentem Ruf,  den er als sorgfältig arbeitender Komponist, hervorragender Musikethnologe und  ausgezeichneter Kenner der Musik Franz Schrekers, Josquin des Prés und der Zweiten Wiener Schule genießt.

In der folgenden Sendung der Reihe »Begegnungen« führt uns Gösta Neuwirth in seine Geschichte und seine musikalische Erlebniswelt ein.

Gestern und Morgen
Begegnungen mit Gösta Neuwirth
Carolin Naujocks im Gespräch mit dem Komponisten


Ausschnitte aus:

Gösta Neuwirth

"Gestern und Morgen, ein Proust-Projekt I-VII" für Mezzosopran und Ensemble

Bettina Spreitz-Rundfeldt, Mezzosopran
Ensemble work in progress
Leitung: Gerhard Müller Golboom


Igor Strawinsky

"Sacre du Printemps" für Orchester
Grand Orchestre Symphonique
Leitung: Igor Strawinsky


Franz Schreker

Ouvertüre aus der Oper "Die Gezeichneten"
Orchester der Alten Oper Frankfurt
Leitung: Michael Gielen


Gösta Neuwirth

Sonata brevis für Violine und Klavier
Marianne Borttcher, Violine
Ursula Trede-Boettcher, Klavier


Traditionelle chinesische Musik


John Cage

Quartett in vier Teilen für Streichquartett
LaSalle Quartet

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